Acanthoscurria geniculata
Schwarz mit leuchtend weißen Bändern an den Beinen, groß, schnellwüchsig und mit einem beeindruckenden Appetit: Acanthoscurria geniculata ist eine der auffälligsten Bodenbewohner im Hobby. Für Einsteiger ist sie gut geeignet, wenn man ihr etwas Respekt entgegenbringt, denn sie ist deutlich temperamentvoller als die Grammostola-Arten.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Nordbrasilien (Amazonasgebiet)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Acanthoscurria geniculata (C. L. Koch, 1841)
- Gattung: Acanthoscurria
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Nordbrasilien, Amazonasgebiet
- Lebensraum: Boden des tropischen Regenwalds, unter Wurzeln, umgestürzten Bäumen und Laub
- Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 18–20 cm Beinspannweite
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Erscheinungsbild
Adulte Tiere sind tiefschwarz bis dunkelbraun gefärbt und tragen markante weiße Querbänder an Patellen und Tibien – daher der deutsche Name "Weißknie-Vogelspinne". Ergänzt wird das Bild durch feine, rötliche Haare am Abdomen. Jungtiere zeigen die weiße Zeichnung bereits früh, wenn auch weniger kontrastreich. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
A. geniculata lebt am Boden des feuchtwarmen Amazonas-Regenwalds. Sie nutzt Verstecke unter Wurzeln, Totholz und Steinen oder gräbt sich eigene Unterschlüpfe. Als ausgesprochen aktive Jägerin verlässt sie ihr Versteck regelmäßig und überwältigt Beute, die auch deutlich größer als Insekten sein kann.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, für adulte Tiere z. B. 40 x 40 x 30 cm; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Graberde mit lehmhaltigen Sand, Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre, Korkrinde), großer Wassernapf, etwas Laub oder Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht in Schimmel umschlägt
- Hinweis: Die Art gestaltet ihr Terrarium gern selbst um und gräbt Einrichtungsgegenstände ein; Deko sollte daher stabil und unzerbrechlich sein
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne dass Staunässe entsteht
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
A. geniculata ist neugierig, aktiv und sehr gut sichtbar – sie sitzt oft frei im Terrarium. Gleichzeitig ist sie nervöser und schreckhafter als Grammostola-Arten. Bei Störung setzt sie häufig und großzügig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und gelegentliche Bisse kommen vor; ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aufgrund der Größe der Cheliceren aber schmerzhaft. Bei Arbeiten im Terrarium empfiehlt sich der Einsatz einer langen Pinzette.
Fütterung
Ein ausgesprochen guter Fresser, der Futter fast immer sofort annimmt. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Wegen des großen Appetits sollte man nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Futterreste nach ca. 24 Stunden entfernen.
Änderung vorschlagen
Stimmt eine Wertung nicht, oder fehlt etwas? Dein Vorschlag geht als Nachricht an vogelspinnen.kaufen – die Antwort findest du in deinen Nachrichten.
Allgemeines zu Terrarium, Futter und Häutung steht im Ratgeber.
Alle Artenportraits