Vogelspinnen-Ratgeber
Antworten auf die Fragen, die vor dem Kauf einer Vogelspinne am häufigsten gestellt werden – von der passenden Art für den Einstieg über die Abkürzungen in Anzeigen bis zu Artenschutz, Terrarium und Häutung.
Wie komme ich Schritt für Schritt zu meiner ersten Vogelspinne?
- Welche Vogelspinne möchte ich anschaffen? Bodenbewohner (für Anfänger zu empfehlen), Baumbewohner (bedingt zu empfehlen) oder Röhrenbewohner (für Anfänger meist nicht zu empfehlen). Mehr dazu unter Welche Vogelspinne für Anfänger?
- Informationen sammeln über die ausgewählte Vogelspinne. Rechtliche Frage klären. Darf ich die ausgesuchte Vogelspinne bei mir halten? Benötigt das Tier einen Herkunftsnachweis (kann auch mit dem Züchter geklärt werden)?
- Züchter/Händler finden, der diese Vogelspinne anbietet. Auf dieser Seite findest du viele passende Vogelspinnen-Züchter.
- Anschaffung eines geeigneten Terrariums. Je nach Lebensweise deiner gewählten Gattung und Art brauchst du ein geeignetes Terrarium – die passenden Maße stehen unter Terrarium einrichten.
- Anschaffung Bodengrund und Versteckmöglichkeiten sowie einer Wasserschale. Spare nicht mit der Erde. Zu viel Erde? Bei einer Vogelspinne kaum denkbar! Doch zu wenig davon ist oft die traurige Wirklichkeit. Da echte Pflanzen nicht bei jeder Vogelspinne überleben, ist Moos oft eine gute Alternative. Ich benutze gern Moos, um feuchte Stellen zu schaffen.
- Terrarium einrichten. Vorne ist man meist begrenzt mit der Einfüllhöhe. Nach hinten kann man jedoch aufsteigend immer höher werden. Es gibt also keinen Grund, nur wenige cm Bodengrund einzubringen, weil vorne nicht mehr Platz ist durch Tür und/oder Lüftung.
- Bodenpolizei einsetzen. Weiße Asseln und Springschwänze eignen sich bestens. Weiße Asseln verwende ich in fast jedem Terrarium (außer es ist sehr trocken).
- Anschaffung der Vogelspinne. Der große Tag ist gekommen und du bekommst deine erste Vogelspinne. Idealerweise wird diese vom Züchter persönlich übergeben. Gerade am Anfang ist persönliche Beratung wertvoll.
- Einsetzen in das Terrarium. Meistens geht das am stressfreisten, wenn man die Heimchendose, in der Vogelspinnen meist geliefert werden, vorsichtig öffnet und in das Terrarium stellt. Deckel abnehmen und warten, bis das Tier von selbst herauskrabbelt.
- Regelmäßig frisches Wasser geben und bei Bedarf füttern. Frisches Wasser sollte regelmäßig angeboten werden. Wenn deine Vogelspinne nicht frisst, ist das meist ganz normal. Vogelspinnen legen auch teilweise sehr lange Fresspausen ein. Mehr dazu unter Futtertiere.
Du hast jetzt deine erste Vogelspinne im Bestand. Meistens bleibt es nicht lange bei einer! Diesem „Risiko“ solltest du dir von Beginn an bewusst sein. Vogelspinnen haben ein höheres Suchtpotential, als man glauben würde.
Verfüttere bitte nie Mäuse oder Ratten an deine Vogelspinne! Es gibt genügend geeignete Futtertiere.
Welche Vogelspinne für Anfänger?
Für Anfänger eignen sich vor allem bodenbewohnende Vogelspinnen der Neuen Welt. Sie besitzen Brennhaare, die sie meist zur Verteidigung einsetzen, bevor sie beißen. Außerdem gelten sie in der Regel als deutlich ruhiger und weniger defensiv als Arten der Alten Welt aus Asien und Afrika.
Besonders gut geeignet sind für Einsteiger zum Beispiel:
- Aphonopelma spp.
- Aphonopelma pallidum (Herkunftsnachweis notwendig)
- Brachypelma spp. (Herkunftsnachweis notwendig)
- Tliltocatl albopilosus (Herkunftsnachweis notwendig)
- Grammostola spp.
- Grammostola rosea (Herkunftsnachweis notwendig)
- Chromatopelma cyaneopubescens
- Acanthoscurria geniculata
- Lasiodora parahybana
Wenn es ein Baumbewohner sein soll:
- Caribena versicolor (Herkunftsnachweis notwendig)
- Avicularia sp.
Röhrenbewohner gibt es keinen, den ich wirklich einem Anfänger empfehlen würde. So schön sie sind, so selten sieht man sie auch. Sie sind auch wesentlich defensiver als Bodenbewohner. Für den Einstieg sind diese Vogelspinnen nicht zu empfehlen!
Was bedeuten 0.1, 1.0 und 0.0.1? Und was heißt ENZ, NZ, WF?
Diese Zahlen und Abkürzungen stehen für Geschlecht und Herkunft der Vogelspinne.
- 0.1 = Weibchen
- 1.0 = Männchen
- 0.0.1 = unbestimmtes Tier
Beispiel: 2.1.2 wären 2 Männchen, 1 Weibchen und 2 unbestimmte Tiere.
- NZ = Nachzucht. Vogelspinnen-Nachzuchten sind Tiere, die gezielt in menschlicher Obhut gezüchtet wurden und nicht aus der Natur entnommen wurden.
- ENZ = eigene Nachzucht.
- WF = Wildfang. Vogelspinnen-Wildfänge sind Tiere, die ihrem natürlichen Lebensraum entnommen und anschließend in menschliche Haltung gebracht wurden.
Was kostet eine Vogelspinne?
Die Preise für Vogelspinnen unterscheiden sich stark – je nach Art, Größe, Geschlecht, Seltenheit und Herkunft. Spiderlinge sind oft schon für wenige Euro erhältlich, während seltene Tiere mehrere hundert Euro kosten können. Einzelne Vogelspinnen werden sogar für 1.000 bis 1.500 Euro gehandelt; die meisten Gattungen und Arten liegen jedoch deutlich darunter.
Auf der letzten Messe in Wien kostete das günstigste Tier, das ich gesehen habe, 3 Euro: eine Lasiodora parahybana. Das teuerste Tier war eine schöne blaue Baumbewohnerin für 450 Euro. Die Preisspanne ist also erheblich.
Preisunterschiede nach Entwicklungsstadium
Spiderlinge sind in der Regel deutlich günstiger als adulte Tiere. Adulte Vogelspinnen kosten mehr, weil sie bereits mehrere Jahre gepflegt und versorgt wurden.
Typische Preisspanne
Die meisten juvenilen, subadulten oder adulten Vogelspinnen kosten im Durchschnitt zwischen 30 und 130 Euro. Der genaue Preis hängt vor allem von der jeweiligen Gattung oder Art ab.
Auch die Verfügbarkeit spielt eine wichtige Rolle: Manche Arten sind häufig erhältlich, bei anderen ist die Nachfrage größer als das Angebot.
Artenschutz: Welche Arten brauchen Papiere?
Beim Kauf geschützter Vogelspinnen sollte immer ein Herkunftsnachweis vorliegen. Besonders relevant sind Arten, die unter CITES bzw. die EU-Artenschutzverordnung fallen:
Geschützte Vogelspinnen nach CITES-Anhang II
Stand: August 2026
| Art / Gattung | Umfang |
|---|---|
| Aphonopelma pallidum | nur diese Art |
| Brachypelma spp. | alle Arten der Gattung Brachypelma |
| Grammostola rosea | nur diese Art |
| Poecilotheria spp. | alle Arten der Gattung Poecilotheria |
| Sericopelma angustum | nur diese Art |
| Sericopelma embrithes | nur diese Art |
| Tliltocatl spp. | alle Arten der Gattung Tliltocatl |
Geschützte Vogelspinnen nach CITES-Anhang III
Stand: August 2026
- Caribena versicolor
Eine Besonderheit ist Caribena versicolor. Sie steht nicht in Anhang II, sondern in CITES Anhang III und wurde auf Initiative der Europäischen Union aufgenommen.
CITES steht für „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ und wird auf Deutsch meist als Washingtoner Artenschutzübereinkommen bezeichnet. Es regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Bei CITES-geschützten Vogelspinnen bedeutet das: Der grenzüberschreitende Handel ist nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt und muss durch passende Nachweise oder Genehmigungen belegt werden. Ziel ist es, Wildbestände vor übermäßiger Entnahme zu schützen.
Wie versendet man Vogelspinnen sicher und korrekt?
Wenn möglich, sollten Vogelspinnen persönlich übergeben werden. Neben einem Besuch beim Züchter bieten sich hier Börsen und Messen sehr gut an. Das ist für das Tier die stressärmste Variante. Ist ein Versand unvermeidbar, sollte ein geeigneter Tiertransport genutzt werden, zum Beispiel GO!. Regional kann es weitere passende Versanddienstleister geben.
Die richtige Verpackung
Die Vogelspinne wird nicht einfach in eine leere Kunststoffdose gesetzt. Die Transportdose sollte stabil, ausbruchsicher und der Größe des Tieres angepasst sein. Bewährt hat sich eine Polsterung mit weichem Küchenpapier oder Zellstoff. Dadurch wird verhindert, dass das Tier bei Erschütterungen durch die Dose geschleudert wird.
Das Material kann leicht angefeuchtet werden, sollte aber nicht nass sein. Staunässe und durchnässte Verpackungen sind ebenso ungeeignet wie völlig ausgetrocknete Behälter bei Arten mit höherem Feuchtigkeitsbedarf.
Transportdose zusätzlich sichern
Die eigentliche Dose gehört anschließend in eine gut isolierte Versandverpackung, beispielsweise eine Styropor- oder Thermobox innerhalb eines stabilen Versandkartons.
Der Zwischenraum sollte so ausgepolstert werden, dass sich die Transportdose während der Fahrt möglichst wenig bewegen kann. Harte oder scharfkantige Gegenstände gehören selbstverständlich nicht in die Verpackung.
Temperatur ist entscheidend
Extreme Hitze und Kälte sind einer der größten Risikofaktoren beim Versand.
Bei niedrigen Temperaturen können geeignete Heatpacks verwendet werden, bei hohen Temperaturen gegebenenfalls Kühlakkus oder Coolpacks. Diese dürfen allerdings niemals direkten Kontakt mit der Transportdose haben. Zwischen Wärme- beziehungsweise Kältequelle und Tier muss genügend Abstand und Isoliermaterial vorhanden sein.
Noch wichtiger: Ein Heatpack macht ungeeignetes Versandwetter nicht automatisch sicher.
GO! schreibt für seine Tiertransporte aktuell vor, dass die Temperatur im Bereich der Tiere während des Transports zwischen +7 °C und +29 °C gehalten werden muss. Der Versender ist dafür verantwortlich, Wetterlage und Verpackung entsprechend zu berücksichtigen.
Für die Praxis würde ich sogar konservativer vorgehen und bei extremen Wetterlagen den Versand lieber verschieben. Seriöse Züchter werden auch nur dann versenden, wenn es für das Tier unbedenklich ist.
Möglichst kurze Transportzeit
Für Vogelspinnen sollte nach Möglichkeit ein Overnight- beziehungsweise Tierexpressversand gewählt werden. GO! transportiert beispielsweise ausdrücklich auch Spinnentiere und arbeitet regulär mit einer Abholung am Abend und Zustellung am folgenden Morgen. Reguläre Versandtage sind Montag bis Donnerstag.
Kurz gesagt
Eine Vogelspinne sollte eng, aber nicht eingequetscht, weich gepolstert, ausbruchsicher, temperaturgeschützt und möglichst schnell transportiert werden. Der Empfänger muss über den Versand informiert sein und die Sendung unmittelbar entgegennehmen können.
Woran erkenne ich einen seriösen Anbieter?
Wähle nach Möglichkeit einen Züchter oder Händler in deiner Nähe. Ein Import, etwa aus Polen, bietet im Normalfall keine Vorteile. Bevorzuge daher zunächst Anbieter im eigenen Land. Falls das nicht möglich ist, kann ein Anbieter aus einem Nachbarland eine gute Alternative sein. Gerade Österreich → Deutschland, Deutschland → Österreich funktioniert wunderbar. Seriöse Züchter und aktuelle Angebote findest du auf unserer Seite.
Ein seriöser Anbieter wird dich gerne beraten, wenn du Fragen zu einem bestimmten Tier hast, zu keinem Kauf drängen und über die Versandbedingungen ausführlich aufklären.
Ein weiteres deutliches Warnsignal steht weiter unten unter Wassergel.
Sind Vogelspinnen giftig oder gefährlich?
Alle Vogelspinnen verfügen über Gift. Die Giftwirkung auf den Menschen unterscheidet sich zwischen den Arten und ist bei vielen Arten nur unzureichend untersucht. Ein Biss sollte grundsätzlich vermieden werden.
Vogelspinnen sind sehr defensive Tiere und bevorzugen fast immer die Flucht vor dem Angriff.
Verliere trotzdem nie den Respekt und werde niemals unvorsichtig! Die Tiere können sehr schnell sein.
Meist geringe medizinische Relevanz
Bei diesen im Hobby häufigen Gattungen sind überwiegend lokale Beschwerden wie Schmerzen, Rötung und Schwellung zu erwarten:
- Aphonopelma
- Brachypelma
- Tliltocatl
- Grammostola
- Avicularia
- Caribena
- Chromatopelma
- Lasiodora
- Nhandu
Das entspricht insgesamt dem Muster, dass Bisse vieler amerikanischer Vogelspinnen überwiegend lokale und vergleichsweise milde Symptome verursachen.
Erhöhte bzw. noch unzureichend bekannte Relevanz
Hier wäre ich mit einer pauschalen Einstufung vorsichtiger:
- Psalmopoeus
- Tapinauchenius
- Theraphosa
- Pamphobeteus
Interessant ist besonders Psalmopoeus: Nach einem dokumentierten Biss von Psalmopoeus irminia traten neben Schmerzen und Schwellung auch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Beschwerden im Halsbereich auf. Das zeigt, dass die einfache Regel „Neue Welt = schwaches Gift“ nicht immer funktioniert.
Erhöhte medizinische Relevanz
- Poecilotheria
- Pterinochilus
- Heteroscodra
- Stromatopelma
- Chilobrachys
- Cyriopagopus bzw. verwandte Ornithoctoninae
Besonders Poecilotheria ist gut dokumentiert. Bisse können starke Schmerzen und verzögert auftretende, teils mehrere Tage anhaltende Muskelkrämpfe verursachen. Neuere klinische Untersuchungen bestätigen dieses Muster.
Auch für Pterinochilus murinus wurden generalisierte, sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe beschrieben. Dasselbe gilt für Heteroscodra maculata und mittlerweile auch für Stromatopelma calceatum.
Bei einem Biss, insbesondere durch eine Art mit erhöhter medizinischer Relevanz, oder bei Beschwerden, die über eine lokale Reaktion hinausgehen, solltest du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Welche Warnsignale zeigt eine Vogelspinne?
Vogelspinnen sind von Natur aus eher friedlich und versuchen Konflikte zu vermeiden. Fühlen sie sich dennoch bedroht, durchlaufen sie typische Warnstufen:
- Bombardieren (Haare abwerfen): Vor allem bodenbewohnende Arten aus Amerika (Vogelspinnen der Neuen Welt) streifen mit den Hinterbeinen reizende Brennhaare vom Hinterleib ab und schleudern sie in Richtung des Angreifers. Diese Haare verursachen auf der Haut starken Juckreiz und brennenden Schmerz.
- Drohgebärde (Aufrichten): Das Tier stützt sich auf die hinteren Beine, hebt den Vorderkörper an und reißt die vorderen Beine sowie die Cheliceren (Giftklauen) weit auseinander. Damit will es seine Größe demonstrieren.
- Zischen oder Reiben: Einige Arten erzeugen ein leises, zischendes oder reibendes Geräusch (Stridulation), um vor dem Zubeißen zu warnen.
- Der Abwehrbiss: Bleibt die Bedrohung trotz der Warnungen bestehen, schlägt die Spinne blitzschnell mit ihren Giftzähnen zu. Was dann zu erwarten ist, steht unter Sind Vogelspinnen giftig oder gefährlich?
Wie richte ich ein Terrarium für Vogelspinnen ein?
Vor dem Kauf: Art und Lebensweise klären
Bevor du ein Terrarium kaufst, solltest du entscheiden, welche Vogelspinne du halten möchtest: eine bodenbewohnende Art, einen Baumbewohner oder einen Röhrenbewohner. Die Lebensweise der Art bestimmt Größe, Form und Einrichtung des Terrariums.
Geeignete Terrariengrößen
- Für Bodenbewohner sind Terrarien geeignet, die ungefähr so hoch wie breit sind. Für viele Arten ist ein Würfel mit 30 × 30 × 30 cm ein guter Standard; einige wenige benötigen eine größere Grundfläche. Dazu zählen Vogelspinnen der Gattungen Theraphosa, Pamphobeteus, Lasiodora. Für diese Vogelspinnen muss das Terrarium mindestens 45 × 45 × 45 cm groß sein.
- Baumbewohner brauchen höhere Terrarien, zum Beispiel 30 × 30 × 45 cm für adulte Tiere.
- Röhrenbewohner benötigen besonders viel Bodengrund. Wähle daher ein Terrarium, in das eine hohe Erdschicht eingebracht werden kann. Bei der Arachnosys-Serie Fossoria sind etwa 20 cm Erde möglich, da die Lüftung weiter oben beginnt. Weiters gibt es noch den Haplotank, ein speziell konstruiertes Terrarium für röhrenbewohnende Vogelspinnen.
Bodengrund für Vogelspinnen
Der richtige Bodengrund für Vogelspinnen ist weit mehr als nur Dekoration. Er beeinflusst Feuchtigkeit, Grabverhalten, Standsicherheit und das Mikroklima im Terrarium. Welches Substrat geeignet ist, hängt vor allem davon ab, ob die Vogelspinne bodenbewohnend, röhrenbewohnend oder baumbewohnend lebt.
Für die meisten Arten hat sich ein grabfähiges, strukturstabiles und weitgehend ungedüngtes Substrat bewährt. Geeignet sind beispielsweise ungedüngte Erde, spezielle Terrarienerde oder Mischungen aus Erde und etwas Lehm oder lehmhaltigem Sand. Auch Kokoshumus kann man verwenden. Ich verwende sehr gerne Graberde mit lehmhaltigem Sand gemischt.
Ein guter Bodengrund für Vogelspinnen sollte grabfähig, schadstofffrei, ausreichend tief und an die natürlichen Bedürfnisse der jeweiligen Art angepasst sein. Gerade boden- und röhrenbewohnende Vogelspinnen profitieren von viel Substrat – im Zweifel ist etwas mehr Bodengrund meist sinnvoller als eine zu dünne Schicht.
Einrichtung und Verstecke
Verstecke sind besonders wichtig. Geeignet sind zum Beispiel Korkröhren, Steine oder Hölzer. Je nach Art und Gattung gibt es viele passende Gestaltungsmöglichkeiten. Orientiere dich am besten an Bildern des natürlichen Lebensraums der Vogelspinne, die du anschaffen möchtest.
Terrarien und Zubehör findest du in den passenden Kategorien.
Welche Futtertiere eignen sich und wie oft wird gefüttert?
Geeignete Futtertiere
Als Futtertiere eignen sich unter anderem Heimchen, Steppengrillen, Schaben und Heuschrecken. Wichtig ist, dass das Futtertier zur Größe der Vogelspinne passt und nicht wesentlich größer ist als sie.
Fütterungsrhythmus
Kleine Spiderlinge werden im Schnitt etwa ein- bis zweimal pro Woche gefüttert. Adulte Tiere ca. 1× pro Woche bis alle 10 bis 14 Tage. Einen festen Intervall nutze ich dabei nicht: Ich orientiere mich am Zustand des Tieres. Ist eine Vogelspinne sehr gut genährt, kann eine Fütterung auch einmal ausfallen. Mit der Zeit entwickelt man dafür schnell ein gutes Gefühl.
Häutung: Notfall oder ganz normal?
Woran du eine Häutung erkennst
Für Anfänger kann es beunruhigend wirken, wenn eine Vogelspinne auf dem Rücken liegt. In den meisten Fällen ist das jedoch kein Notfall, sondern ein Zeichen dafür, dass sie sich häutet. Die Häutung ist notwendig, damit Vogelspinnen wachsen können.
Warum Ruhe jetzt wichtig ist
Eine Häutung kann mehrere Stunden dauern und kostet das Tier viel Kraft. Während dieser Zeit sollte die Vogelspinne vollständig in Ruhe gelassen werden.
Das solltest du während der Häutung vermeiden
- Arbeite während der Häutung nicht im Terrarium.
- Sprühe nicht, um kurzfristig die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. In dieser Phase hilft das nicht mehr und kann das Tier zusätzlich stören.
- Warte ab, bis sich die Vogelspinne von selbst wieder umdreht. Dann ist die Häutung abgeschlossen.
Ist Wassergel für Vogelspinnen geeignet?
Kurz gesagt: Nein.
Wassergel sollte bei Vogelspinnen nicht verwendet werden. Vogelspinnen können es nicht aufnehmen; im schlimmsten Fall kann es ihnen sogar schaden.
Geeignete Wasserversorgung
- Stelle immer einen Wassernapf mit frischem Wasser bereit.
- Bei stark webenden Arten, zum Beispiel Chromatopelma cyaneopubescens, kann zusätzlich etwas Wasser ins Gespinst gesprüht werden. Die Tiere nehmen die Flüssigkeit dann dort auf.
Woran du unseriöse Anbieter erkennst
Wenn dir ein Anbieter Wassergel oder vergleichbare Produkte für Vogelspinnen empfiehlt, ist das ein deutliches Warnsignal. In diesem Fall solltest du dort besser nicht kaufen.
Wie ist die Vogelspinne systematisch eingeordnet?
| Rang | Bezeichnung |
|---|---|
| Stamm | Gliederfüßer (Arthropoda) |
| Unterstamm | Kieferklauenträger (Chelicerata) |
| Klasse | Spinnentiere (Arachnida) |
| Ordnung | Webspinnen (Araneae) |
| Unterordnung | Vogelspinnenartige (Mygalomorphae) |
| Familie | Vogelspinnen (Theraphosidae) |
Die Familie Theraphosidae umfasst laut World Spider Catalog derzeit rund 192 Gattungen und über 1.200 beschriebene Arten. Die Zahlen und Zuordnungen ändern sich regelmäßig, weil neue Arten beschrieben und Gattungen aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen neu geordnet werden.
Welche Lebensphasen durchläuft eine Vogelspinne?
Die Lebensphasen einer Vogelspinne (Familie Theraphosidae) verlaufen etwa so:
- Ei
- Die Eier werden in einem Eikokon abgelegt.
- Je nach Art enthält der Kokon einige Dutzend bis mehrere Hundert Eier.
- Die Entwicklung dauert meist mehrere Wochen.
- Prälarve (Embryonalstadium)
- Schlüpft aus dem Ei, kann aber noch nicht selbstständig leben.
- Nutzt die Nährstoffe des Dottersacks.
- Bleibt meist im Kokon.
- Larve / Erstes Nymphenstadium
- Entwickelt Beine und weitere Körperstrukturen.
- Noch immer kaum aktiv und oft im Kokon geschützt.
- Spiderling (Jungspinne)
- Verlässt den Kokon.
- Sieht bereits wie eine kleine Vogelspinne aus.
- Beginnt selbstständig zu jagen und wächst durch regelmäßige Häutungen.
- Juvenile Vogelspinne
- Heranwachsende Spinne.
- Geschlechtsmerkmale entwickeln sich allmählich.
- Subadultes Tier
- Kurz vor der Geschlechtsreife.
- Nur noch eine Häutung bis zum Erwachsenenstadium.
- Adulte (geschlechtsreife) Vogelspinne
- Kann sich fortpflanzen.
- Männchen entwickeln oft spezielle Begattungsorgane an den Pedipalpen und Tibiahaken an den Vorderbeinen.
- Weibchen bleiben meist größer und kräftiger.
- Altes Tier (senile Phase)
- Stoffwechsel und Aktivität nehmen ab.
- Häutungen werden seltener oder bleiben ganz aus.
- Schließlich stirbt die Spinne eines natürlichen Todes.
