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Aphonopelma hentzi

Schlicht braun, aber robust, friedlich und extrem langlebig: Aphonopelma hentzi, im englischen Sprachraum als "Texas Brown Tarantula" bekannt, ist die häufigste Vogelspinne der USA. Sie ist genügsam, verträgt Temperaturschwankungen gut und gilt als eine der unkompliziertesten Arten überhaupt – ideal für geduldige Einsteiger, die eine ruhige Spinne für viele Jahre suchen.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), in der Natur Höhlenbewohner
Herkunft
südliche Zentral-USA (u. a. Texas, Oklahoma, Kansas, Missouri, Arkansas, Louisiana, New Mexico) und Nordostmexiko
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Aphonopelma hentzi (Girard, 1852)
  • Synonyme (Auswahl): Dugesiella hentzi, Aphonopelma anax und weitere; 2016 wurden bei der großen Revision der US-Aphonopelma-Arten durch Hamilton et al. zahlreiche frühere Arten mit A. hentzi zusammengeführt
  • Gattung: Aphonopelma
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: südliche Zentral-USA (u. a. Texas, Oklahoma, Kansas, Missouri, Arkansas, Louisiana, Colorado, New Mexico) und angrenzendes Nordostmexiko
  • Lebensraum: Prärien, Grasland, Buschland und lichte Wälder mit heißen Sommern und kalten Wintern
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 10–13 cm Beinspannweite
  • Wachstum: sehr langsam
  • Lebenserwartung: Weibchen 20–30 Jahre, Männchen werden erst nach etwa 8–10 Jahren geschlechtsreif und leben danach nur noch kurz
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Erscheinungsbild

Die Färbung ist eher schlicht: Carapax und Beine sind hell- bis dunkelbraun, häufig mit einem leicht rötlichen oder bronzefarbenen Schimmer auf dem Carapax. Das Abdomen ist dunkelbraun bis schwarz mit langen, rötlich-braunen Haaren. Die Färbung kann je nach Herkunftsregion recht unterschiedlich ausfallen. Jungtiere sind hell beige-braun. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und dunkler, oft fast schwarz mit rötlichem Hinterleib, und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

A. hentzi lebt in selbst gegrabenen oder übernommenen Erdhöhlen, oft unter Steinen oder in offenem Grasland, deren Eingang mit etwas Gespinst ausgekleidet ist. Die Höhle schützt vor Sommerhitze und Winterfrost; die kalten Monate verbringt die Spinne in einer Art Winterruhe im Bau. Bekannt ist die Art für die "Tarantelwanderung": Im Spätsommer und Herbst ziehen geschlechtsreife Männchen in großer Zahl auf der Suche nach Weibchen umher und sind dann oft auf Straßen und Wegen zu sehen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 30 x 30 x 20 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 8–12 cm, z. B. ein Gemisch aus Terrarienerde und Sand, überwiegend trocken gehalten
  • Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), das gern als Höhleneingang genutzt wird, Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 20–27 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus
  • Luftfeuchtigkeit: trocken, ca. 40–60 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase (ca. 15–18 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen; die Art ist sehr temperaturtolerant und verträgt auch kühlere Phasen gut

Verhalten und Verteidigungsverhalten

A. hentzi gilt als sehr ruhig und friedlich. Bei Störung zieht sie sich meist zurück oder setzt Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen sind selten, Bisse sehr selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.

Wie viele Arten aus Regionen mit kalten Wintern legt sie oft längere Fastenphasen ein, vor allem im Herbst und Winter. Solange das Abdomen gut genährt wirkt und Wasser verfügbar ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist sehr langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Im Winter kann der Appetit über Wochen bis Monate stark nachlassen.

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