Aspinochilus rufus
Rötlich bis pfirsichfarben gefärbt, vor allem bei den Weibchen: Aspinochilus rufus, im Hobby als "Peach Earth Tiger" bekannt und früher als "Phormingochilus sp. rufus" gehandelt, ist eine baumbewohnende Altweltart aus den Bergregenwäldern Ostjavas. 2024 wurde sie zusammen mit einer eigenen, neuen Gattung wissenschaftlich beschrieben – im selben Artikel wie Phormingochilus hatihati. Sie gilt als gut nachzüchtbar, ist aber schnell und wehrhaft und damit nur für erfahrene Halter geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- Indonesien (Ostjava, Argopuro-Gebirge)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Aspinochilus rufus Müller, Fardiansah, Schneider, Wanke, von Wirth & Wendt, 2024
- Handelsnamen: "Peach Earth Tiger", früher "Phormingochilus sp. rufus"
- Gattung: Aspinochilus (einzige Art der Gattung)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
- Verbreitung: Indonesien, bislang nur aus dem Bergregenwald am Argopuro-Gebirge im Osten Javas bekannt
- Lebensraum: Bergregenwald; legt ihre Nester in Baumhöhlen und Astgabeln an
- Körperlänge: in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert; vermutlich mittelgroß (ca. 12–15 cm Beinspannweite, Erfahrungswerte aus der Unterfamilie)
- Wachstum: unbekannt
- Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten Arten Weibchen ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; ihr Lebensraum ist durch Abholzung bedroht, die Art gilt als gefährdet. Da sie sich gut nachzüchten lässt, sollten im Handel ausschließlich Nachzuchten angeboten werden
Zum Namen: Der Gattungsname Aspinochilus verweist darauf, dass der Art sämtliche Beinstacheln fehlen, die bei verwandten Gattungen vorkommen ("a-spino" = ohne Stacheln). Der Artname rufus (lateinisch "rötlich") bezieht sich auf die rötliche Körperfärbung, die vor allem bei Weibchen ausgeprägt ist. Beschrieben wurde die Art 2024 von einem Team um Simon Müller und das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart im selben Artikel wie Phormingochilus hatihati.
Erscheinungsbild
Weibchen sind rötlich bis pfirsich- oder lachsfarben gefärbt, worauf sich sowohl der Artname als auch der Handelsname "Peach" beziehen. Männchen sind weniger stark rötlich gefärbt, nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Weitere Details zur Zeichnung lebender Tiere sind in den verfügbaren Quellen nicht beschrieben.
Habitat und natürliche Lebensweise
A. rufus lebt in Baumhöhlen und Astgabeln im Bergregenwald, wo sie Gespinströhren anlegt. Sie ist vermutlich nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Trotz des Handelsnamens "Earth Tiger" ist sie eine Baumbewohnerin.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 25 x 25 x 40 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht oder schräg gestellte Korkröhre als Unterschlupf, Äste, Korkrinde und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: ca. 22–26 °C (Bergregenwald), nachts gern etwas kühler
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; Wassernapf bereitstellen und regelmäßig einen Teil des Bodengrunds oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt A. rufus keine Brennhaare. Wie verwandte asiatische Baumvogelspinnen ist sie schnell und schreckhaft und verteidigt sich bei Bedrängnis mit Drohhaltung und Bissen. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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