Avicularia minatrix
Klein, zierlich und mit leuchtend roten Streifen auf dem dunklen Hinterleib: Avicularia minatrix ist die kleinste Art ihrer Gattung und eine echte Zwerg-Baumvogelspinne. Anders als bei ihren Verwandten tragen schon die Jungtiere die typische Zeichnung der Adulten. Sie ist friedlich und harmlos, aber scheu und flink – eine reizvolle Art für Halter, die eine kleine Baumbewohnerin mit dezentem Platzbedarf suchen.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol), lebt bevorzugt in Bromelien
- Herkunft
- Venezuela, Brasilien
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Avicularia minatrix Pocock, 1903
- Gattung: Avicularia
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Aviculariinae)
- Verbreitung: Venezuela (vor allem küstennahe Regionen, z. B. um Maracay) und Brasilien
- Lebensraum: tropische Wälder; lebt vor allem in Bromelien sowie in Astgabeln und unter Rinde
- Körperlänge: ca. 3–3,5 cm Körperlänge, bis ca. 7 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Bei der Revision der Gattung Avicularia durch Fukushima & Bertani (2017) blieb A. minatrix in der Gattung, ihre Verbreitungsangabe wurde aber um Brasilien ergänzt. Ältere Haltungsliteratur zu dieser Art gilt teils als fehlerhaft.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Das auffälligste Merkmal ist das Abdomen mit leuchtend roten Querstreifen, die von einem dunklen Mittelstreifen unterbrochen werden. Beine und Carapax sind dunkel, oft mit feinen hellen Haaren. Ungewöhnlich für die Gattung: Schon Jungtiere sehen den Adulten sehr ähnlich und tragen die roten Streifen von Beginn an, während die meisten anderen Avicularia-Arten einen deutlichen Farbwechsel durchlaufen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, tragen Bulbi an den Pedipalpen und Schienbeinhaken am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In Venezuela lebt A. minatrix vor allem in Bromelien, deren Blattachseln ihr Schutz und ein feuchtes Mikroklima bieten. Dort und in Astgabeln oder unter Rinde spinnt sie dichte Gespinströhren. Sie ist nachtaktiv und jagt kleine Insekten in der Nähe ihres Unterschlupfs.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Tier z. B. 15 x 15 x 25 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche (etwa die vierfache Beinspannweite in der Höhe)
- Bodengrund: 3–5 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht gestellte Korkrinde oder kleine Korkröhre, Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: entscheidend für diese Art – reichlich Querlüftung, bei Jungtieren mit so kleinen Lüftungslöchern, dass sie nicht entkommen können
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, um das Gespinst zu schonen. Jungtiere lassen sich gut in kleinen, hohen Aufzuchtdosen halten
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; Bodengrund leicht feucht halten und einen Wassernapf bereitstellen, der gelegentlich überlaufen darf, um die Feuchtigkeit im Boden aufzufrischen
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
- Wichtig: Gute Belüftung ist wichtiger als hohe Luftfeuchtigkeit. Stehende, nasse Luft ist wie bei allen Avicularia-Arten die häufigste Ursache für Todesfälle
Verhalten und Verteidigungsverhalten
A. minatrix ist scheu und zurückhaltend und verbringt viel Zeit in ihrem Gespinst. Bei Störung flüchtet sie blitzschnell und kann sich dabei verletzen, wenn sie erschreckt wird – auf die Hand nehmen ist daher nicht zu empfehlen. Sie besitzt Brennhaare, überträgt diese aber nur bei direktem Kontakt. Bisse sind sehr selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich.
Fütterung
Wegen ihrer geringen Größe nur kleine Futtertiere anbieten, z. B. kleine Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere etwa wöchentlich. Futtertiere in der Nähe des Gespinsts abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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