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Avicularia purpurea

Dunkel gefärbt mit einem intensiv violetten bis purpurnen Schimmer am ganzen Körper: Avicularia purpurea, im Hobby als "Ecuadorian Purple Pinktoe" bekannt, ist eine der farbintensivsten Avicularia-Arten. Bei richtigem Lichteinfall leuchtet sie fast metallisch lila. Wie ihre Verwandten ist sie friedlich und kaum wehrhaft und damit eine schöne Baumbewohnerin für Einsteiger, sofern man ihr Bedürfnis nach guter Belüftung ernst nimmt.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend (arboricol)
Herkunft
nordwestliches Südamerika (Kolumbien, Ecuador, Peru)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Avicularia purpurea Kirk, 1990
  • Gattung: Avicularia
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Aviculariinae)
  • Verbreitung: Kolumbien, Ecuador und Peru (Amazonastiefland)
  • Lebensraum: tropische Regenwälder und Plantagen; lebt in Bäumen, Büschen, Bromelien und an Gebäuden
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: A. purpurea ist bei der Revision der Gattung Avicularia durch Fukushima & Bertani (2017) als eigenständige Art bestätigt worden; dabei wurde ihre Verbreitungsangabe aktualisiert. Anders als einige frühere Handelsformen wurde sie nicht mit A. avicularia zusammengelegt.

Erscheinungsbild

Adulte Tiere sind dunkelbraun bis schwarz mit einem intensiven violetten bis purpurnen Schimmer, der Carapax, Beine und Abdomen überzieht und direkt nach der Häutung am stärksten ist. Die Fußspitzen tragen die gattungstypischen helleren, rosa bis orangefarbenen Haarbüschel, sind aber oft weniger auffällig als bei A. avicularia. Jungtiere sind wie bei den meisten Avicularia-Arten heller gefärbt mit dunklem Muster auf dem Abdomen und entwickeln den Purpurglanz erst mit den Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und oft noch intensiver schimmernd; sie tragen Bulbi an den Pedipalpen und Schienbeinhaken am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

A. purpurea lebt in Bäumen und Büschen, in Astgabeln, unter Rinde, in Bromelien und auch an Hauswänden. Dort spinnt sie dichte, sackartige Gespinströhren als Unterschlupf. Sie ist nachtaktiv und jagt in der Umgebung ihres Gespinsts.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Tier z. B. 30 x 30 x 40 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
  • Bodengrund: 5 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, überwiegend trocken
  • Einrichtung: schräg oder senkrecht gestellte Korkröhre oder Korkrinde im oberen Bereich, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, kleiner, gut erreichbarer Wassernapf
  • Belüftung: entscheidend für diese Art – reichlich Querlüftung, idealerweise Lüftungsflächen an mehreren Seiten
  • Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne öffnen lassen, da die Spinne ihr Gespinst meist im oberen Bereich anlegt und eine Öffnung von oben das Gespinst zerstört

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 % bei guter Luftzirkulation; ein Wassernapf genügt, gelegentlich die Einrichtung oder Gespinstränder leicht übersprühen, damit die Spinne Tropfen trinken kann
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
  • Wichtig: Stehende, feuchte Luft und nasser Bodengrund sind die häufigsten Ursachen für Todesfälle bei Avicularia-Arten. Lieber etwas trockener und gut belüftet halten als zu feucht

Verhalten und Verteidigungsverhalten

A. purpurea gilt als friedlich. Bei Störung flüchtet sie meist, oft auch mit kurzen, schnellen Sprüngen, was beim Öffnen des Terrariums zu beachten ist. Sie besitzt Brennhaare, streift diese aber nicht ab wie Bodenbewohner, sondern überträgt sie nur bei direktem Kontakt. Eine typische, harmlose Abwehrreaktion ist ein gezielter Kotspritzer. Bisse sind sehr selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten in der Nähe des Gespinsts abgeben, damit die Spinne sie bemerkt. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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