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Bonnetina tanzeri

Klein, dunkel und mit rötlichen Haaren am Hinterleib: Bonnetina tanzeri ist eine Zwergvogelspinne aus Mexiko, die im Hobby als "Michoacan Red Rump" angeboten wird. Die Gattung Bonnetina umfasst kleine, bodenbewohnende Arten, die wenig Platz brauchen und damit auch für Halter mit begrenztem Raum interessant sind. Über B. tanzeri selbst ist allerdings noch vergleichsweise wenig bekannt.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Mexiko
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Bonnetina tanzeri Schmidt, 2012
  • Synonym: Bonnetina reyescastilloi Estrada-Alvarez, 2014 (2017 von Ortiz & Francke mit B. tanzeri zusammengeführt)
  • Handelsname: "Michoacan Red Rump"
  • Gattung: Bonnetina
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Mexiko (der Handelsname verweist auf den Bundesstaat Michoacán; genaue Fundorte sind kaum dokumentiert)
  • Lebensraum: vermutlich trockene bis halbfeuchte Wald- und Buschlandschaften im Westen bzw. Süden Mexikos, wie bei anderen Bonnetina-Arten
  • Körperlänge: Zwergart, ca. 3–4 cm Körperlänge, bis ca. 7–9 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen vermutlich ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Im Hobby wurden Tiere lange als Bonnetina papalutlensis angeboten. Nach Untersuchungen von Häutungsresten (Exuvien) adulter Weibchen spricht vieles dafür, dass zumindest ein Teil dieser Tiere tatsächlich B. tanzeri ist – endgültig geklärt ist das ohne Untersuchung adulter Männchen aber nicht. Bonnetina-Arten sind äußerlich schwer zu unterscheiden, Handelsbezeichnungen sollten daher mit Vorsicht betrachtet werden.

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Wie der Handelsname "Red Rump" andeutet, trägt das Abdomen rötliche bis rostbraune Haare. Beine und Carapax sind dunkel, teils mit feinen helleren Säumen an den Gelenken. Jungtiere sind heller und unscheinbarer gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

Zur Lebensweise in der Natur gibt es kaum gesicherte Angaben. Wie andere Bonnetina-Arten lebt B. tanzeri vermutlich in kleinen Erdröhren unter Steinen, Wurzeln und Laub, die mit Gespinst ausgekleidet werden. Sie ist nachtaktiv.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Tier z. B. 20 x 20 x 20 cm; Fläche und etwas Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: 8–10 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
  • Einrichtung: kleines Versteck (Korkrinde oder halb eingegrabene Korkröhre) als Startpunkt für den Bau, kleiner Wassernapf, etwas Laub
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Jungtiere lassen sich gut in kleinen Aufzuchtdosen mit leicht feuchtem Bodengrund halten. Die Art ist nicht baumbewohnend, auch wenn das gelegentlich vermutet wird

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 55–65 %; Wassernapf bereitstellen und eine Ecke des Bodengrunds leicht feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine leicht kühlere Winterphase entspricht den Bedingungen in Mexiko und wird vermutlich gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Zum Temperament von B. tanzeri gibt es nur wenige Berichte. Bonnetina-Arten gelten allgemein als eher scheu und flink; bei Störung ziehen sie sich meist in ihre Röhre zurück oder setzen Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe und mit Pinzette durchführen.

Fütterung

Wegen der geringen Größe nur kleine Futtertiere anbieten, z. B. kleine Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere etwa wöchentlich bis alle zwei Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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