Brachypelma auratum
Tiefschwarz mit leuchtend orange-roten Knien und goldgelb gesäumtem Carapax: Brachypelma auratum gehört zu den eindrucksvollsten Brachypelma-Arten. Lange wurde sie mit der Rotknie-Vogelspinne B. smithi bzw. B. hamorii verwechselt, unterscheidet sich aber durch ihre dunklere Gesamtfärbung und die geteilte Kniezeichnung. Ruhig, robust und langlebig ist sie eine hervorragende Einsteigerart, die wie alle Brachypelma-Arten international geschützt ist.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Zentralmexiko (u. a. Bundesstaat México, Michoacán, Morelos)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Brachypelma auratum Schmidt, 1992
- Gattung: Brachypelma
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Zentralmexiko, u. a. Bundesstaat México, Michoacán, Morelos und Guerrero
- Lebensraum: trockene Laub- und Kiefern-Eichenwälder sowie Buschland in Hügel- und Berglagen mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
- Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 14–16 cm Beinspannweite
- Wachstum: langsam
- Lebenserwartung: Weibchen 20–25 Jahre und mehr, Männchen ca. 4–6 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist tiefschwarz. Charakteristisch sind die leuchtend orange-roten Felder an den Patellen (Knien), die durch einen schwarzen Längsstrich geteilt werden, sowie orangefarbene Ringe an Tibien und Metatarsen. Der dunkle Carapax ist goldgelb bis hellorange umrandet. Das schwarze Abdomen trägt lange rötliche bis hellbraune Haare. Im Vergleich zu B. hamorii und B. smithi wirkt B. auratum insgesamt dunkler und kontrastreicher. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer und zeigen die typische Zeichnung erst nach einigen Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In ihrer Heimat lebt B. auratum in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder von anderen Tieren übernimmt, häufig unter Steinen, Wurzeln oder an Böschungen. Tagsüber hält sie sich meist im Bau oder am Eingang auf, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang. Die Trockenzeit überdauert sie in ihrer Höhle.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken gehalten
- Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), das gern als Höhleneingang genutzt wird, Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–27 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
- Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere, trockenere Winterphase (ca. 18–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
B. auratum gilt als ruhig und wenig aggressiv und sitzt oft frei sichtbar vor ihrem Versteck. Bei Störung setzt sie allerdings bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können – Arbeiten im Terrarium daher ohne Gesichtsnähe durchführen. Einzelne Tiere können etwas nervöser reagieren als andere Brachypelma-Arten. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Längere Fastenphasen, vor allem im Winter oder vor der Häutung, sind normal.
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