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Brachypelma baumgarteni

Leuchtend orange Beine, ein dunkler Körper und ein hell gesäumter Carapax: Brachypelma baumgarteni, im Hobby als "Mexican Orange Beauty" bekannt, ist eine der farbintensivsten Brachypelma-Arten. Sie ähnelt der Feuerbein-Vogelspinne B. boehmei, ist aber im Hobby deutlich seltener. Robust und langlebig, ist sie für Einsteiger gut geeignet, setzt ihre Brennhaare aber bereitwillig ein. Wie alle Brachypelma-Arten ist sie international geschützt.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Westmexiko (Pazifikküste von Michoacán)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Brachypelma baumgarteni Smith, 1993
  • Gattung: Brachypelma
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Westmexiko, vor allem die Pazifikküste von Michoacán
  • Lebensraum: trockene, laubabwerfende Wälder und Buschland mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
  • Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 14–15 cm Beinspannweite
  • Wachstum: langsam
  • Lebenserwartung: Weibchen 20 Jahre und mehr, Männchen ca. 4–6 Jahre
  • Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten

Hinweis zur Systematik: B. baumgarteni ist der Feuerbein-Vogelspinne B. boehmei sehr ähnlich. Im Hobby wurden die beiden mitunter vermischt, und es kursieren Hybriden. Herkunftsangaben und reine Nachzuchtlinien sind daher bei dieser Art besonders wichtig.

Erscheinungsbild

Die Beine sind ab den Femora bzw. Patellen leuchtend orange bis orangerot, die Basis der Beine ist dunkel. Der dunkle Carapax ist breit orange bis hellbraun gesäumt, das Abdomen schwarz mit langen rötlich-braunen Haaren. Im Vergleich zu B. boehmei wirkt B. baumgarteni oft etwas dunkler, mit dunkleren Femora und einem weniger flächig orangen Gesamteindruck. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer und zeigen die typische Färbung erst über mehrere Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

In ihrer Heimat lebt B. baumgarteni in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig an Böschungen, unter Steinen und Wurzeln. Tagsüber bleibt sie meist im Bau oder am Eingang, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang. Die lange Trockenzeit überdauert sie in ihrer Höhle.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken gehalten
  • Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere, trockenere Winterphase (ca. 18–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

B. baumgarteni sitzt oft frei sichtbar im Terrarium, ist aber – ähnlich wie B. boehmei – etwas nervöser als viele andere Brachypelma-Arten. Bei Störung setzt sie ihre Brennhaare bereitwillig ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz sowie Haut- und Augenreizungen führen können. Arbeiten im Terrarium daher ohne Gesichtsnähe und idealerweise mit Handschuhen. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Längere Fastenphasen, vor allem im Winter oder vor der Häutung, sind normal.

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