Brachypelma klaasi
Tiefschwarz mit lachs- bis rosafarbenen Bändern an den Beinen und einem rosa gesäumten Carapax: Brachypelma klaasi, im Hobby als "Mexican Pink" bekannt, ist eine der seltensten und begehrtesten Brachypelma-Arten. Sie ist groß, ruhig und sehr langlebig, wächst aber extrem langsam – eine Art für geduldige Halter. Wie alle Brachypelma-Arten ist sie international geschützt.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Westmexiko (Pazifikküste von Jalisco und Colima)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Brachypelma klaasi (Schmidt & Krause, 1994)
- Gattung: Brachypelma
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Westmexiko, vor allem die Pazifikküste von Jalisco und Colima
- Lebensraum: trockene, laubabwerfende Wälder und Buschland mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
- Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 14–16 cm Beinspannweite
- Wachstum: sehr langsam
- Lebenserwartung: Weibchen 20–25 Jahre und mehr, Männchen ca. 5–7 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten
Zur Schreibweise: Der Artname wird korrekt klaasi geschrieben (nach Peter Klaas); die im Handel häufige Schreibweise "klassi" ist ein Tippfehler.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist tiefschwarz. Charakteristisch sind die lachs- bis rosafarbenen Bänder an Patellen, Tibien und Metatarsen sowie ein ebenso gefärbter Saum um den dunklen Carapax. Das Abdomen ist schwarz mit langen, rötlich-braunen bis rosafarbenen Haaren. Insgesamt wirkt sie sanfter und pastelliger gefärbt als die orangen und roten Brachypelma-Arten. Jungtiere sind unscheinbar hellbraun und entwickeln die typische Färbung erst über viele Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In ihrer Heimat lebt B. klaasi in Erdhöhlen an Böschungen, unter Steinen und Wurzeln. Tagsüber bleibt sie meist im Bau oder am Eingang, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang. Die lange Trockenzeit überdauert sie in ihrer Höhle. Die Wildpopulationen gelten als klein und lokal begrenzt.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken gehalten
- Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
- Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere, trockenere Winterphase (ca. 18–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
B. klaasi gilt als ruhig und eher scheu; sie verbringt mehr Zeit im Versteck als viele andere Brachypelma-Arten. Bei Störung setzt sie Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist sehr langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Längere Fastenphasen, vor allem im Winter oder vor der Häutung, sind normal.
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