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Brachypelma smithi

Der berühmteste Name im Hobby – und doch eine der am häufigsten verwechselten Arten: Brachypelma smithi galt jahrzehntelang als "die" Rotknie-Vogelspinne. Seit 2017 ist klar, dass die meisten so bezeichneten Tiere im Hobby zu Brachypelma hamorii gehören. Die echte B. smithi stammt aus Guerrero und ist im Hobby deutlich seltener. Haltung und Wesen gleichen ihrer Verwandten: ruhig, robust, langlebig und gut für Einsteiger geeignet. Wie alle Brachypelma-Arten ist sie international geschützt.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Südwestmexiko (Guerrero)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Brachypelma smithi (F. O. Pickard-Cambridge, 1897)
  • Gattung: Brachypelma
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Südwestmexiko, Bundesstaat Guerrero (Pazifikküste)
  • Lebensraum: trockene, laubabwerfende Wälder und Buschland mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
  • Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 14–16 cm Beinspannweite
  • Wachstum: langsam
  • Lebenserwartung: Weibchen 25–30 Jahre, Männchen ca. 5–6 Jahre
  • Schutzstatus: CITES Anhang II, in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten

Hinweis zur Systematik: Mendoza & Francke haben 2017 gezeigt, dass die im Hobby weit verbreiteten "B. smithi" aus Colima, Jalisco und Michoacán zu Brachypelma hamorii gehören. Die echte B. smithi kommt aus Guerrero. Äußerlich sind die beiden sehr ähnlich; sicher unterscheiden lassen sie sich vor allem über die Geschlechtsorgane (Form der Bulbi bei Männchen, der Spermatheken bei Weibchen). Für einen Marktplatz bedeutet das: Ältere Angaben "B. smithi" beziehen sich meist auf B. hamorii; echte B. smithi sollten mit Herkunftsangabe "Guerrero" bzw. einer nachvollziehbaren Nachzuchtlinie angeboten werden.

Erscheinungsbild

Die Beine sind schwarz mit leuchtend orangen bis roten Feldern an den Patellen und hellen Ringen an Tibien und Metatarsen. Der Carapax ist dunkel mit einem breiten hellbeigen bis orangefarbenen Rand, das Abdomen schwarz mit langen hellbraunen Haaren. Im Vergleich zu B. hamorii wirkt B. smithi oft etwas dunkler, mit tendenziell rötlicherem Carapaxrand – die Unterschiede sind aber gering und variabel. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

In Guerrero lebt B. smithi in Erdhöhlen an Böschungen, unter Steinen und Wurzeln. Tagsüber bleibt sie meist im Bau oder am Eingang, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang. Die Trockenzeit überdauert sie in ihrer Höhle.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken gehalten
  • Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere, trockenere Winterphase (ca. 18–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

B. smithi gilt als ruhig und wenig aggressiv und sitzt oft frei sichtbar vor ihrem Versteck. Bei Störung setzt sie allerdings bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Längere Fastenphasen, vor allem im Winter oder vor der Häutung, sind normal.

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