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Chilobrachys dyscolus

Meist schlicht schokoladenbraun bis grau – aber direkt nach der Häutung tiefblau-schwarz, mit metallisch blauen Akzenten an Beinen und Pedipalpen: Chilobrachys dyscolus ist eine Altweltart aus Vietnam, die unter mehreren Handelsnamen bekannt ist, etwa "Vietnam Blue" oder "Asian Smokey Earth Tiger". Sie gräbt eindrucksvolle Tunnelsysteme und spinnt ausgiebig. Als nervöse, wehrhafte Altweltart ist sie für Einsteiger nicht geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt und spinnt ausgiebig
Herkunft
Vietnam
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Chilobrachys dyscolus (Simon, 1886)
  • Synonym: Phrictus dyscolus Simon, 1886 (Originalkombination)
  • Handelsnamen: "Vietnam Blue", "Asian Smokey Earth Tiger", "Burma Chocolate Brown"
  • Gattung: Chilobrachys
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Selenocosmiinae)
  • Verbreitung: Vietnam
  • Lebensraum: tropische Wälder und Waldränder mit feuchtwarmem Klima
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Haltung)
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zum Handelsnamen: Die Bezeichnung "Burma Chocolate Brown" ist irreführend, da die Art aus Vietnam stammt. Bei Chilobrachys-Arten sind Handelsnamen und Bestimmungen im Hobby generell oft unsicher; Herkunftsangaben sind daher wichtig.

Erscheinungsbild

Im Normalzustand ist C. dyscolus hellbraun, schokoladenbraun oder grau gefärbt. Direkt nach der Häutung wirkt der gesamte Körper dagegen blauschwarz, und die Vorderseiten von Pedipalpen und Beinen können einen leuchtend metallisch blauen Schimmer behalten. Mit der Zeit bis zur nächsten Häutung verblasst das Blau wieder zu Braun. Wie alle Chilobrachys-Arten besitzt sie ein Stridulationsorgan zwischen Cheliceren und Pedipalpen, mit dem sie bei Bedrohung zischende Geräusche erzeugen kann. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

C. dyscolus gräbt verzweigte, mit Gespinst ausgekleidete Tunnelsysteme im Boden, oft unter Wurzeln und an Böschungen. Der Bereich um den Eingang wird mit dichtem Gespinst überzogen, das Erschütterungen durch Beutetiere weiterleitet. Sie ist nachtaktiv und lauert meist im Eingangsbereich.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 30 cm; genug Höhe für tiefen Bodengrund ist wichtig
  • Bodengrund: 15 cm oder mehr, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Tunnel; leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, Korkrinde und Wurzeln als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Art überzieht das Terrarium mit der Zeit mit Gespinst und legt Tunnel oft an der Scheibe entlang an – dadurch lassen sich die Baue mitunter gut beobachten. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; Wassernapf bereitstellen und den unteren Bodengrund leicht feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt C. dyscolus keine Brennhaare. Sie ist nervös und defensiv: Bei Störung versucht sie zunächst zu flüchten, bei anhaltender Bedrängnis nimmt sie eine Drohhaltung ein, zischt und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein sehr guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Gespinsts abgeben; die Spinne schießt meist blitzschnell heraus. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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