Chilobrachys fimbriatus
Ockergelb bis goldbraun mit dunkler Zeichnung und einem violetten Schimmer an den Beinen: Chilobrachys fimbriatus ist eine attraktive, robuste Art aus dem Westen Indiens. Sie gilt als eine der beliebtesten "ersten Altweltarten" – schnell, wehrhaft und eine eifrige Spinnerin, aber pflegeleicht. Für absolute Einsteiger ist sie dennoch nicht geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, gräbt und spinnt ausgiebig
- Herkunft
- Westindien (Westghats)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Chilobrachys fimbriatus Pocock, 1899
- Gattung: Chilobrachys
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Westindien, vor allem im Bereich der Westghats (u. a. Maharashtra, Goa, Karnataka)
- Lebensraum: tropische Wälder und Waldränder mit ausgeprägter Monsunzeit
- Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; Indien untersagt den kommerziellen Export von Wildtieren, im Handel angebotene Tiere sollten daher aus Nachzucht stammen
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist ockergelb bis goldbraun. Die Beine tragen dunkle Längsstreifen und einen violetten bis bläulichen Schimmer, der je nach Lichteinfall unterschiedlich stark sichtbar ist. Das Abdomen zeigt ein dunkles, fischgrätartiges Muster auf hellerem Grund. Jungtiere sind ähnlich gezeichnet, aber blasser. Adulte Männchen unterscheiden sich deutlich vom Weibchen: Sie sind dunkler, schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Wie alle Chilobrachys-Arten besitzt C. fimbriatus ein Stridulationsorgan, mit dem sie bei Bedrohung zischende Geräusche erzeugen kann.
Habitat und natürliche Lebensweise
In den Westghats lebt C. fimbriatus in selbst gegrabenen Erdröhren, oft an Böschungen und unter Wurzeln. Der Eingang und das Umfeld des Baus werden mit dichtem Gespinst ausgekleidet, das Erschütterungen durch Beutetiere weiterleitet. Die Art ist nachtaktiv und lauert meist im Eingangsbereich auf Beute.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 30 cm; Fläche ist wichtig, etwas Höhe ermöglicht tiefen Bodengrund
- Bodengrund: 15 cm oder mehr, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten, damit die Röhren stabil bleiben
- Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, Korkrinde und Wurzeln als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Art überzieht das Terrarium mit der Zeit vollständig mit Gespinst und verbringt viel Zeit unsichtbar im Bau. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und den unteren Bodengrund leicht feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt C. fimbriatus keine Brennhaare. Sie verteidigt sich durch Drohhaltung, Zischen über das Stridulationsorgan und schnelle Bisse. Die Art ist sehr flink und schreckhaft und zieht sich bei Störung meist blitzartig in ihren Bau zurück – in die Enge getrieben beißt sie aber ohne langes Zögern. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein sehr guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten mit Pinzette in der Nähe des Gespinsts abgeben; die Spinne schießt meist blitzschnell heraus. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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