Chilobrachys huahini
Schlicht braun mit dunklerer Streifung an Carapax und Beinen: Chilobrachys huahini, im englischen Sprachraum als "Asian Fawn" bekannt, ist eine robuste, eher unscheinbar gefärbte Altweltart aus Thailand. Benannt ist sie nach dem Küstenort Hua Hin. Sie gräbt, spinnt ausgiebig und frisst zuverlässig, ist aber schnell, schreckhaft und wehrhaft – eine typische Chilobrachys und nichts für Einsteiger.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, opportunistische Gräberin, spinnt ausgiebig
- Herkunft
- Thailand (Region um Hua Hin)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Chilobrachys huahini Schmidt & Huber, 1996
- Handelsnamen: "Asian Fawn", "Hua Hin Birdeater"
- Gattung: Chilobrachys
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Selenocosmiinae)
- Verbreitung: Thailand, Region um Hua Hin an der Westküste des Golfs von Thailand
- Lebensraum: tropisches Savannenklima mit lichten, laubabwerfenden Wäldern; im Jahresmittel um 28 °C und mit ausgeprägter Trockenzeit
- Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Haltung)
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 11–12 Jahre, Männchen ca. 2–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen
Hinweis zur Systematik: Der Name ist stabil – die Art steht seit ihrer Beschreibung 1996 in der Gattung Chilobrachys. Da Chilobrachys-Arten äußerlich schwer zu unterscheiden sind und im Handel oft unter unsicheren Bezeichnungen laufen, lohnt sich trotzdem ein Blick auf Herkunft und Nachzuchtlinie.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist braun bis graubraun, mit dunkleren Streifen auf Carapax und Beinen; das Abdomen zeigt ein dunkleres, fischgrätartiges Muster. Männchen sind nach der Reifehäutung heller, aber ebenfalls braun, schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Jungtiere sind ähnlich gezeichnet. Wie alle Chilobrachys-Arten besitzt sie ein Stridulationsorgan zwischen Cheliceren und Pedipalpen, mit dem sie bei Bedrohung zischende Geräusche erzeugen kann.
Habitat und natürliche Lebensweise
C. huahini lebt in selbst gegrabenen oder übernommenen Röhren und Unterschlüpfen, deren Umgebung sie mit dichtem Gespinst überzieht. Die Gespinstfläche leitet Erschütterungen durch Beutetiere weiter. Sie ist nachtaktiv und lauert meist im Eingangsbereich.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 30 cm; genug Höhe für tiefen Bodengrund
- Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren; unten leicht feucht, oben trockener
- Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, Korkrinde und Wurzeln als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Art spinnt das Terrarium mit der Zeit dicht ein. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und die unteren Bodenschichten leicht feucht halten – etwas trockener als bei Chilobrachys-Arten aus Regenwäldern
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt C. huahini keine Brennhaare. Sie ist sehr schreckhaft, schnell und defensiv. Bei Störung flüchtet sie meist blitzartig in ihr Gespinst; bei anhaltender Bedrängnis nimmt sie eine Drohhaltung ein, zischt und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein sehr guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Gespinsts abgeben; die Spinne schießt meist blitzschnell heraus. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
Änderung vorschlagen
Stimmt eine Wertung nicht, oder fehlt etwas? Dein Vorschlag geht als Nachricht an vogelspinnen.kaufen – die Antwort findest du in deinen Nachrichten.
Allgemeines zu Terrarium, Futter und Häutung steht im Ratgeber.
Alle Artenportraits