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Chilobrachys natanicharum

Leuchtend blau-violett schimmernde Beine, die bei Lichteinfall wie elektrische Funken wirken: Chilobrachys natanicharum ist eine der spektakulärsten Neubeschreibungen der letzten Jahre. Lange war sie im Handel nur als "Chilobrachys sp. Electric Blue" bekannt, 2023 wurde sie wissenschaftlich beschrieben. So schön sie ist: Als schnelle, wehrhafte Altweltart ist sie ausdrücklich nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
halbbaumbewohnend, lebt in Baumhöhlen, nutzt aber auch den Boden
Herkunft
Südthailand (Mangrovenwälder, Provinz Phang-Nga)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Chilobrachys natanicharum Chomphuphuang, Sippawat, Sriranan, Piyatrakulchai & Songsangchote, 2023
  • Gattung: Chilobrachys
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Südthailand, nachgewiesen in Mangrovenwäldern der Provinz Phang-Nga; vermutlich weiter im Süden des Landes verbreitet
  • Lebensraum: Mangrovenwälder; wegen der Gezeiten lebt die Art dort in Baumhöhlen, in anderen Lebensräumen auch bodennah
  • Körperlänge: Weibchen ca. 5,5–7 cm, Männchen ca. 4–5,5 cm Körperlänge
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz, der Lebensraum ist durch Rodung für Ölpalmen bedroht

Erscheinungsbild

Die Beine sind im oberen Bereich dunkelgrau bis schwarz behaart, die unteren Beinabschnitte, Pedipalpen und Cheliceren schimmern intensiv metallisch blau bis violett. Das Abdomen ist dunkelbraun. Die Farbe entsteht nicht durch Pigmente, sondern durch Nanostrukturen der Haare, die das Licht brechen – je nach Blickwinkel wirkt das Blau daher unterschiedlich stark. Wie alle Chilobrachys-Arten besitzt sie ein Stridulationsorgan zwischen Cheliceren und Pedipalpen, mit dem sie bei Bedrohung zischende Geräusche erzeugen kann. Männchen sind kleiner und schlanker und tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

In den Mangroven Südthailands lebt C. natanicharum in Hohlräumen von Mangrovenbäumen, die sie mit dichtem Gespinst auskleidet. Durch die Gezeiten ist der Boden dort regelmäßig überflutet, daher weicht sie in die Bäume aus. Außerhalb der Mangroven wird sie auch bodennah angetroffen. Die Art ist nachtaktiv und verlässt ihren Unterschlupf vor allem zur Jagd.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 40 cm; Höhe und Bodenfläche sind gleichermaßen wichtig
  • Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: senkrechte oder schräg gestellte Korkröhre, die bis in den Bodengrund reicht, weitere Korkrinde und Äste als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die hohe Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Art spinnt sehr viel und überzieht das Terrarium mit der Zeit mit dichten Gespinsttunneln. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; großen Wassernapf bereitstellen und regelmäßig einen Teil des Bodengrunds anfeuchten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt C. natanicharum keine Brennhaare. Sie verteidigt sich stattdessen durch Drohhaltung, Zischen über das Stridulationsorgan und rasche Bisse. Die Art ist sehr schnell, schreckhaft und kann bei Störung blitzartig aus ihrem Gespinst schießen. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter wird meist schnell und kräftig angenommen, oft direkt am Gespinst. Futtertiere am besten mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben und nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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