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Chilobrachys sp. "Kaeng Krachan"

Unter dem Handelsnamen Chilobrachys sp. "Kaeng Krachan", im englischen Sprachraum "Dark Earth Tiger", wird eine bislang wissenschaftlich nicht bestimmte Chilobrachys-Form gehandelt. Der Name verweist auf den Kaeng-Krachan-Nationalpark im Westen Thailands, das größte Schutzgebiet des Landes, als vermutliche Herkunft. Sie ist eine typische Chilobrachys: gräbt, spinnt ausgiebig, frisst zuverlässig und ist pflegeleicht – aber schnell, schreckhaft und wehrhaft und daher nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, Röhrenbewohner (fossorial), spinnt ausgiebig
Herkunft
vermutlich Westthailand (Region Kaeng Krachan)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Handelsnamen: Chilobrachys sp. "Kaeng Krachan", "Dark Earth Tiger"
  • Wissenschaftliche Zuordnung: unbestimmte Chilobrachys-Art (Chilobrachys sp.)
  • Gattung: Chilobrachys
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Selenocosmiinae)
  • Herkunft: vermutlich Westthailand, Region um den Kaeng-Krachan-Nationalpark (Provinz Phetchaburi) nahe der Grenze zu Myanmar; Fundorte nicht dokumentiert
  • Lebensraum: vermutlich tropische Wälder mit feuchtem Boden
  • Körperlänge: unbekannt; Chilobrachys-Arten dieser Gruppe erreichen meist ca. 12–15 cm Beinspannweite
  • Wachstum: vermutlich schnell, wie bei den meisten Chilobrachys-Arten
  • Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten Arten Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Hinweis zur Bestimmung: Chilobrachys ist eine artenreiche Gattung, deren Arten äußerlich schwer zu unterscheiden sind. Im Hobby kursieren zahlreiche Fundortformen ("sp. Kaeng Krachan", "sp. Sai Yok" usw.), die nicht oder nicht sicher bestimmt sind. Für einen Marktplatz bedeutet das: Angebote sollten klar als Handelsform mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden, und Nachzuchtlinien sollten nicht mit anderen Chilobrachys-Formen gemischt werden. Halter berichten zudem, dass die Geschlechtsbestimmung bei Jungtieren schwierig sein kann.

Erscheinungsbild

Belastbare Beschreibungen der Färbung liegen nicht vor. Der Handelsname "Dark Earth Tiger" deutet auf eine eher dunkle, erdbraune Grundfärbung hin, wie sie für viele Chilobrachys-Arten typisch ist – oft mit dunkleren Streifen auf Carapax und Beinen und einem fischgrätartigen Muster auf dem Abdomen. Wie alle Chilobrachys-Arten besitzt sie vermutlich ein Stridulationsorgan, mit dem sie bei Bedrohung zischen kann. Männchen tragen nach der Reifehäutung Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

Freilanddaten gibt es nicht. Halter beobachten, dass Jungtiere das Terrarium zunächst stark einspinnen, während ältere Tiere eher eine Röhre graben, die sie innen und am Eingang mit Gespinst auskleiden; manche bauen am Eingang einen kleinen Erdturm. Sie ist eine Lauerjägerin, die Beute in der Nähe des Röhreneingangs ergreift.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 30 cm; genug Höhe für tiefen Bodengrund ist wichtig
  • Bodengrund: 15 cm oder mehr, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm; feucht, aber nicht nass halten
  • Einrichtung: vorgegrabene Startröhre oder halb eingegrabene Korkröhre, zusätzlich ein Versteck, Ankerpunkte (Korkrinde, Wurzeln) in der Nähe des Eingangs für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: normale Zimmertemperatur reicht aus; Halter berichten von problemloser Haltung zwischen ca. 20 und 30 °C
  • Luftfeuchtigkeit: weniger wichtig als die Bodenfeuchte – der Bodengrund sollte in der Tiefe dauerhaft feucht, aber nicht nass sein; Wassernapf bereitstellen
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt Chilobrachys sp. "Kaeng Krachan" keine Brennhaare. Halter beschreiben sie als schnell und defensiv; beim Öffnen des Terrariums neigt sie zur blitzartigen Flucht. Manche Tiere gelten für die Gattung aber als vergleichsweise ruhig. In die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser und typische Lauerjägerin. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten am Röhreneingang anbieten; vorgetötetes Futter kann dort auch abgelegt werden. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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