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Cyriopagopus lividus

Tief kobaltblau schimmernde Beine und ein Ruf als eine der wehrhaftesten Vogelspinnen im Hobby: Die Kobaltblaue Vogelspinne ist bei richtigem Licht atemberaubend schön, bekommt ihre Halter aber oft monatelang kaum zu Gesicht. Sie lebt fast ausschließlich in selbst gegrabenen Röhren und verteidigt sich schnell und entschlossen. Für Einsteiger ist sie ausdrücklich nicht geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, ausgeprägter Röhrenbewohner (fossorial)
Herkunft
Myanmar, Westthailand
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Cyriopagopus lividus (Smith, 1996)
  • Synonym: Haplopelma lividum Smith, 1996 (im Handel weiterhin gebräuchlich)
  • Gattung: Cyriopagopus
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Myanmar und Westthailand
  • Lebensraum: feuchtwarme tropische Regenwälder mit lockeren, feuchten Böden
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz

Hinweis zur Systematik: Die Gattung Haplopelma wurde 2015 aufgelöst und mit Cyriopagopus zusammengeführt. Dabei änderte sich auch die Endung des Artnamens von lividum zu lividus. Im Handel und in vielen Haltungsberichten ist der alte Name Haplopelma lividum aber nach wie vor verbreitet, ebenso der englische Name "Cobalt Blue Tarantula" (kurz "OBT" ist dagegen Pterinochilus murinus, nicht verwechseln).

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Bei richtigem Lichteinfall schimmern Beine und Pedipalpen intensiv kobalt- bis violettblau, der Carapax zeigt einen grau-bläulichen Glanz. Das Abdomen ist dunkelgrau mit feinen dunklen Fischgrätstreifen. Kurz nach der Häutung ist das Blau am leuchtendsten. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer und zeigen den Blauschimmer erst nach mehreren Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung deutlich anders gefärbt – meist hell graubraun bis beige ohne den typischen Blauglanz – und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

In den Regenwäldern Myanmars und Thailands gräbt C. lividus tiefe, verzweigte Röhrensysteme in feuchten Boden, die mit Gespinst ausgekleidet werden. Den Bau verlässt sie praktisch nur zur Jagd in der Nacht; Beute wird meist direkt am Eingang ergriffen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: z. B. 30 x 30 x 30 cm für ein adultes Weibchen; entscheidend ist die Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: mindestens 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren; leicht feucht halten, vor allem in den unteren Schichten
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, Wassernapf, wenig Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Wer die Spinne überhaupt sehen möchte, kann den Startpunkt der Röhre an der Scheibe anlegen – oft führt der Bau dann teilweise sichtbar an der Scheibe entlang. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; Wassernapf bereitstellen und den unteren Bodengrund regelmäßig anfeuchten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt C. lividus keine Brennhaare. Sie gilt als eine der defensivsten Vogelspinnen überhaupt: Bei Störung nimmt sie sofort eine Drohhaltung ein und beißt ohne langes Zögern, teils auch wiederholt. Sie ist sehr schnell und kann blitzartig aus der Röhre schießen. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen. Umsetzen ist wegen des Röhrensystems besonders anspruchsvoll.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben; die Spinne greift meist nachts direkt vom Bau aus zu. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Da die Spinne selten zu sehen ist, lässt sich der Ernährungszustand oft nur über verschwundene Futtertiere oder Beutereste einschätzen.

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