vogelspinnen.kaufen

Cyriopagopus minax

Tiefschwarz und samtig, ohne jede Zeichnung: Melopoeus minax, im Hobby als "Thailand Black" bekannt und lange unter den Namen Haplopelma minax bzw. Cyriopagopus minax gehandelt, ist eine elegante, ganz in Schwarz gekleidete Röhrenbewohnerin aus Südostasien. Manche Halter finden sie mindestens so schön wie die schwarze Grammostola pulchra – doch damit endet die Ähnlichkeit: Sie ist eine scheue, wehrhafte Altweltart, die man meist nur selten zu Gesicht bekommt. Für Einsteiger ist sie nicht geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, ausgeprägter Röhrenbewohner (fossorial)
Herkunft
Thailand, Myanmar
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Melopoeus minax Thorell, 1897
  • Frühere Namen: Ornithoctonus minax, Haplopelma minax, Cyriopagopus minax (im Handel weiterhin sehr gebräuchlich)
  • Handelsname: "Thailand Black"
  • Gattung: Melopoeus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
  • Verbreitung: Thailand und Myanmar
  • Lebensraum: tropische Wälder mit feuchten Böden
  • Körperlänge: bis ca. 14–16 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Haltung)
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Unterfamilie)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Hinweis zur Systematik: Die Art hat eine wechselvolle Namensgeschichte. 1897 als Melopoeus minax beschrieben, lief sie später unter Ornithoctonus und Haplopelma. 2015 wurde Haplopelma mit Cyriopagopus zusammengelegt, wodurch sie zu Cyriopagopus minax wurde. 2026 haben Smith, Daniel & Vignaud die Gattung Melopoeus wieder eingesetzt und die Art – zusammen mit der Kobaltblauen Vogelspinne Melopoeus lividus – dorthin zurückgestellt. Im Handel ist der Name Cyriopagopus minax noch weit verbreitet.

Erscheinungsbild

Adulte Tiere sind vollständig tiefschwarz mit einem samtigen Glanz, der nach der Häutung am stärksten ist. Eine Zeichnung fehlt weitgehend; manche Tiere zeigen auf dem Abdomen ein schwaches, dunkleres Fischgrätmuster. Jungtiere sind dunkelgrau bis schwarzbraun. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, meist etwas heller und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

M. minax gräbt tiefe, mit Gespinst ausgekleidete Röhren in den feuchten Waldboden und verlässt sie fast nur zur nächtlichen Jagd. Beute wird meist direkt am Röhreneingang ergriffen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 35 cm; entscheidend ist die Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: mindestens 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre oder eine vorgegrabene Startröhre, die das Graben anregt, Wassernapf, wenig Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung ist wichtig – zu viel Feuchtigkeit schadet ebenso wie zu wenig
  • Hinweis: Den Startpunkt der Röhre an der Scheibe anzulegen, erhöht die Chance, die Spinne gelegentlich zu sehen. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 23–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %. Entscheidend ist feuchter, aber nicht nasser Bodengrund in der Tiefe: Statt zu sprühen, regelmäßig Wasser in eine Ecke gießen, damit die unteren Schichten feucht bleiben
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt M. minax keine Brennhaare. Sie gilt als ausgesprochen scheu und zurückgezogen – viele Halter sehen sie über Wochen kaum. Wird sie gestört, flüchtet sie meist in die Röhre; in die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt schnell. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Da die Spinne selten zu sehen ist, lässt sich der Ernährungszustand oft nur über verschwundene Futtertiere oder Beutereste einschätzen.

Änderung vorschlagen

Stimmt eine Wertung nicht, oder fehlt etwas? Dein Vorschlag geht als Nachricht an vogelspinnen.kaufen – die Antwort findest du in deinen Nachrichten.

Allgemeines zu Terrarium, Futter und Häutung steht im Ratgeber.

Alle Artenportraits