Dolichothele diamantinensis
Metallisch blaue Beine, ein grünlich glänzender Carapax und rötliche bis goldene Haare auf dem Hinterleib: Dolichothele diamantinensis, im Hobby als "Brazilian Blue Dwarf Beauty" bekannt, ist eine der farbenprächtigsten Zwergvogelspinnen. Sie bleibt klein, wächst schnell, spinnt ausgiebig und ist robust in der Haltung. Wegen ihrer enormen Geschwindigkeit ist sie eher für Halter mit etwas Erfahrung geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, opportunistische Gräberin, spinnt ausgiebig und klettert gern
- Herkunft
- Südostbrasilien (Diamantina, Minas Gerais)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Dolichothele diamantinensis (Bertani, Santos & Righi, 2009)
- Synonym: Oligoxystre diamantinensis Bertani, Santos & Righi, 2009 (Originalkombination)
- Gattung: Dolichothele
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Brasilien; beschrieben aus der Region um Diamantina im Bundesstaat Minas Gerais
- Lebensraum: felsige Hochlandvegetation ("Campo Rupestre"), trockene Wälder und Buschland; lebt unter Steinen, Rinde, Totholz und in Felsspalten
- Körperlänge: ca. 3 cm Körperlänge, bis ca. 7–8 cm Beinspannweite – eine Zwergart
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3 Jahre (Männchen leben nach der Reifehäutung meist nur noch kurz)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Die Art wurde 2009 als Oligoxystre diamantinensis beschrieben und 2015 von Lucas & Indicatti in die Gattung Dolichothele gestellt. Der Gattungsname leitet sich aus dem Griechischen ab (dolichos = lang, thele = Fortsatz) und bezieht sich auf die langen Spinnwarzen. Der Artname verweist auf Diamantina, die Region ihrer Entdeckung.
Erscheinungsbild
Männchen und Weibchen zeigen beide eine metallisch blaue Grundfärbung, die mit rötlichen Haaren auf dem Abdomen kontrastiert. Der Carapax schimmert metallisch grünlich bis blau, auf dem Abdomen finden sich goldene bis rötliche Zeichnungen. Direkt nach der Häutung ist die Färbung am intensivsten. Jungtiere sind blasser, zeigen das Blau aber schon früh. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
D. diamantinensis lebt in der felsigen Hochlandvegetation um Diamantina, unter Steinen, Totholz und Rinde sowie in Felsspalten. Sie gräbt gelegentlich, spinnt aber vor allem dichte Gespinsttunnel und -flächen um ihren Unterschlupf. Sie ist überwiegend nachtaktiv.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Tier z. B. 20 x 20 x 20 cm; etwa drei- bis viermal die Beinspannweite in der Grundfläche
- Bodengrund: etwa halb hoch füllen, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, überwiegend trocken mit einer leicht feuchten Ecke
- Einrichtung: halbe Korkröhre oder Korkrinde als Versteck, Äste, Wurzeln oder Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, flacher Wassernapf
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Art klettert und spinnt gern auch in höheren Bereichen. Da sie sehr schnell ist, sollte der Deckel sicher verschließbar sein. Die Einrichtung so gestalten, dass mögliche Fallhöhen gering bleiben
Temperatur und Klima
- Temperatur: 20–25 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 55–65 %; ein gefüllter Wassernapf und gelegentlich eine leicht feuchte Ecke genügen. Jungtiere brauchen etwas feuchteren Bodengrund
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig; zur Nachzucht werden etwas höhere Temperaturen und Feuchtigkeit empfohlen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
D. diamantinensis ist extrem schnell und schreckhaft. Sie setzt bei Störung vor allem auf Flucht und ist nicht besonders defensiv. Ob und in welchem Umfang sie Brennhaare besitzt, wird in Haltungsquellen widersprüchlich beschrieben; eingesetzt werden sie, wenn überhaupt, nur selten. Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich. Wegen ihrer Geschwindigkeit ist sie nicht für die Hand geeignet; beim Umsetzen sind eine Pinzette und ein Auffangbehälter empfehlenswert.
Fütterung
Ein sehr guter Fresser mit starkem Fressreflex. Wegen der geringen Größe kleine Futtertiere anbieten, z. B. kleine Grillen, Heimchen, Heuschecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere etwa wöchentlich. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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