Encyocratella olivacea
Dunkel gefärbt mit olivgrünem Schimmer – und eine Baumbewohnerin aus kühlen afrikanischen Bergwäldern: Encyocratella olivacea, im Hobby als "Tanzanian Black & Olive Baboon" bekannt, lebt unter abstehender Rinde am Südhang des Mount Meru in Nordtansania. Anders als die meisten afrikanischen Vogelspinnen stammt sie aus über 2.000 m Höhe und mag es eher kühl. Sie ist klein, schnell und wehrhaft und gehört damit in erfahrene Hände.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol), lebt unter loser Rinde
- Herkunft
- Nordtansania (Mount Meru, Arusha-Nationalpark)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Encyocratella olivacea Strand, 1907
- Synonym: Xenodendrophila gabrieli Gallon, 2003 (2005 von Gallon als Synonym erkannt; im Handel teils noch gebräuchlich)
- Gattung: Encyocratella (einzige Art der Gattung)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Stromatopelminae)
- Verbreitung: Nordtansania, Südhang des Mount Meru bei Arusha (Arusha-Nationalpark)
- Lebensraum: Berg- und Nebelwald in ca. 2.000–2.700 m Höhe, vermutlich um 2.200 m; lebt unter abstehender Rinde an flechtenbewachsenen Bäumen
- Körperlänge: Weibchen bis ca. 3,5 cm Körperlänge bzw. ca. 12–13 cm Beinspannweite, Männchen werden mit ca. 9 cm Beinspannweite reif
- Wachstum: Jungtiere wachsen recht schnell
- Lebenserwartung: unbekannt; bei verwandten afrikanischen Baumvogelspinnen Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; die Art ist nur aus einem kleinen Gebiet innerhalb eines Nationalparks bekannt, Tansania erlaubt keine Ausfuhr von Wildfängen aus Schutzgebieten – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen
Wissenswert: Encyocratella gilt als anatomische Besonderheit: Den Weibchen fehlen offenbar die bei Vogelspinnen üblichen Spermatheken (Samentaschen). Die sonst übliche Geschlechtsbestimmung anhand von Häutungsresten ist bei dieser Art daher schwieriger; Halter bestimmen das Geschlecht meist an der Unterseite lebender Tiere.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz mit einem olivgrünen bis olivbraunen Schimmer, auf den sich der Artname bezieht (olivacea = olivfarben). Wie bei anderen Stromatopelminae können Abdomen und Beine ein dunkleres Muster zeigen. Jungtiere sind ähnlich, aber heller gezeichnet. Männchen bleiben kleiner, sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
E. olivacea lebt unter abstehender Rinde von Bäumen in den Bergwäldern des Mount Meru, wo sie Gespinströhren anlegt. In ihrem Lebensraum herrschen tagsüber ca. 18–25 °C, nachts nur ca. 7–12 °C. Es gibt zwei Regenzeiten (etwa November–Dezember und März–Mai), am trockensten ist es von Juli bis September.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 20 x 20 x 30 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, überwiegend trocken
- Einrichtung: senkrecht an die Rückwand gestellte Korkrinde mit Spalt als Rindenversteck, Äste als Ankerpunkte für Gespinst, kleiner Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: tagsüber ca. 20–24 °C, nachts deutlich kühler (bis ca. 15 °C) – eine zusätzliche Heizung ist meist nicht nötig, Hitze sollte vermieden werden
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 55–65 %; ein kleiner Wassernapf genügt
- Jahreszeitliche Schwankungen: Eine kühlere, trockenere Phase im Sommerhalbjahr (entsprechend der Trockenzeit am Mount Meru) entspricht den natürlichen Bedingungen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt E. olivacea keine Brennhaare. Halter beschreiben sie als recht defensiv, im Verhalten ähnlich der Orangen Pavianspinne Pterinochilus murinus. Sie ist schnell, flüchtet bei Störung meist unter ihre Rinde und nimmt in die Enge getrieben eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift afrikanischer Vogelspinnen wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Rindenverstecks abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. In kühleren Phasen kann der Appetit nachlassen.
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