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Grammostola grossa

Groß, kräftig gebaut und dicht mit langen, hellen Haaren besetzt: Grammostola grossa ist eine der größten Arten ihrer Gattung und stammt aus den Graslandschaften im Süden Südamerikas. Wie ihre Verwandten G. pulchra und G. rosea ist sie ruhig, robust, genügsam und extrem langlebig – eine ausgezeichnete Wahl für geduldige Einsteiger, die eine große, gemütliche Bodenbewohnerin suchen.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Südbrasilien, Uruguay, Paraguay, Nordostargentinien
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Grammostola grossa (Ausserer, 1871)
  • Gattung: Grammostola
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: südliches Südamerika, u. a. Südbrasilien (Rio Grande do Sul), Uruguay, Paraguay und Nordostargentinien
  • Lebensraum: Grasland (Pampa), offene Buschlandschaften und Waldränder mit warmen Sommern und kühlen Wintern
  • Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–18 cm Beinspannweite
  • Wachstum: sehr langsam
  • Lebenserwartung: Weibchen 20 Jahre und mehr, Männchen ca. 4–6 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Grammostola-Arten sind äußerlich oft schwer zu unterscheiden, und im Hobby werden Tiere mitunter unter falschen oder unsicheren Namen gehandelt. Herkunftsangaben und Nachzuchtlinien sind daher hilfreich.

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist braun bis graubraun. Beine und Abdomen tragen lange, helle, oft leicht rötlich- bis rosafarben schimmernde Haare, die der Spinne ein flauschiges, "zotteliges" Aussehen geben. Der Carapax ist meist etwas heller mit einem leichten Bronze- oder Kupferschimmer. Insgesamt wirkt sie kräftiger und massiger als G. rosea. Jungtiere sind hellbraun und unscheinbar. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

G. grossa lebt bodennah in Graslandschaften und an Waldrändern, meist unter Steinen, in flachen Erdhöhlen oder unter Totholz. Sie gräbt nur gelegentlich und nutzt gern vorhandene Verstecke. Sie ist nachtaktiv und lauert in der Nähe ihres Unterschlupfs auf Beute.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 8–10 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken
  • Einrichtung: ein großzügiges Versteck (Korkröhre, Korkrinde oder Blumentopfhälfte), Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 20–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus
  • Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase (ca. 16–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

G. grossa gilt als ruhig und gutmütig und sitzt oft frei sichtbar im Terrarium. Bei Störung setzt sie gelegentlich Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.

Wie viele Grammostola-Arten legt sie mitunter längere Fastenphasen ein, vor allem im Winter. Solange das Abdomen gut genährt wirkt und Wasser verfügbar ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Fütterung

Je nach Größe Grillen, Heimchen, Schaben, Heuschrecken oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1x wöchentlich, adulte Tiere alle 2–3 Wochen; der Stoffwechsel ist sehr langsam. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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