Grammostola iheringi
Groß, schwarz und mit langen, rötlichen Haaren auf dem Hinterleib: Grammostola iheringi, im Hobby als "Entre Rios Tarantula" bekannt, ist eine der größten Grammostola-Arten. Anders als die meisten ihrer gemütlichen Verwandten wächst sie vergleichsweise zügig, ist aktiver und nervöser. Robust und pflegeleicht ist sie dennoch – eine gute Wahl für Einsteiger mit etwas Erfahrung, die eine große, beeindruckende Bodenbewohnerin suchen.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Südbrasilien, Uruguay, Nordostargentinien
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Grammostola iheringi (Keyserling, 1891)
- Gattung: Grammostola
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: Südbrasilien (Rio Grande do Sul), Uruguay und Nordostargentinien (u. a. Entre Ríos, worauf sich der Handelsname bezieht)
- Lebensraum: Grasland, offene Buschlandschaften und Waldränder mit warmen Sommern und kühlen Wintern
- Körperlänge: ca. 8–9 cm Körperlänge, bis ca. 18–22 cm Beinspannweite
- Wachstum: für eine Grammostola vergleichsweise zügig
- Lebenserwartung: Weibchen 20 Jahre und mehr, Männchen ca. 4–6 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Das Abdomen trägt lange, rötliche bis rostfarbene Haare, die sich deutlich vom dunklen Körper abheben. Der Carapax ist dunkel, teils mit einem leichten Bronzeschimmer, die Beine sind kräftig und dicht behaart. Jungtiere sind heller braun und unscheinbarer. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
G. iheringi lebt in Erdhöhlen unter Steinen, Wurzeln und Totholz, die sie selbst gräbt oder übernimmt. Sie ist nachtaktiv und lauert in der Nähe ihres Unterschlupfs auf Beute. Die kühlen Wintermonate verbringt sie mit reduzierter Aktivität.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 10–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken
- Einrichtung: großzügiges Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 20–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt
- Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase (ca. 16–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
G. iheringi ist aktiver und nervöser als die meisten anderen Grammostola-Arten. Sie zeigt sich oft offen, reagiert aber schneller auf Störungen und setzt bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen gelegentlich vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.
Fütterung
Ein guter, oft gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–3 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Im Winter kann der Appetit nachlassen.
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