Grammostola pulchra
Tiefschwarz, samtig behaart und dabei ausgesprochen ruhig im Wesen: Grammostola pulchra zählt zu den beliebtesten Einsteigerarten überhaupt – nicht wegen spektakulärer Farben, sondern wegen ihrer unkomplizierten Haltung und ihres entspannten Temperaments.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Südbrasilien, Uruguay
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Grammostola pulchra Mello-Leitão, 1921
- Gattung: Grammostola
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Südbrasilien (Rio Grande do Sul), Uruguay
- Lebensraum: Grasland und Waldränder mit feuchtwarmem, subtropischem Klima
- Körperlänge: bis ca. 18–20 cm Beinspannweite
- Wachstum: sehr langsam
- Lebenserwartung: Weibchen 15–20+ Jahre, Männchen 3–5 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Erscheinungsbild
Adulte Tiere sind fast einheitlich samtig-schwarz gefärbt, was ihr auch den Beinamen "Black Beauty" eingebracht hat. Jungtiere zeigen dagegen oft noch einen bräunlichen bis bronzefarbenen Schimmer, der sich erst mit den Häutungen zum satten Schwarz der Adulti entwickelt. Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich erst später: Männchen bleiben schlanker und langbeiniger, Weibchen wirken kompakter und kräftiger.
Habitat und natürliche Lebensweise
In ihrer Heimat lebt G. pulchra bodennah in offenen Graslandschaften und an Waldrändern. Sie gräbt gelegentlich eigene Höhlen, nutzt aber ebenso gerne vorhandene Verstecke unter Steinen, Rindenstücken oder in Bodenspalten. Reine Grabspinne im Sinne von tiefen, permanenten Röhrensystemen ist sie nicht.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, mehr Boden- als Höhenentwicklung
- Bodengrund: 8–10 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, für gelegentliches Grabverhalten
- Einrichtung: ein bis zwei Verstecke (Korkröhre, Blumentopfhälfte), leichte Bepflanzung oder Deko möglich
- Belüftung: ausreichend Querlüftung, da Staunässe vermieden werden sollte
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–26 °C, eine zusätzliche Heizung ist bei normaler Zimmertemperatur meist nicht nötig
- Luftfeuchtigkeit: 60–70 %, ein Wassernapf reicht in der Regel aus
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht zwingend notwendig, leichte Winterabsenkung wird aber von manchen Haltern praktiziert
Verhalten und Verteidigungsverhalten
G. pulchra gilt als eine der ruhigsten und am wenigsten defensiven Vogelspinnenarten. Brennhaare werden nur selten eingesetzt, Bissdrohungen sind die Ausnahme. Sie sitzt häufig frei sichtbar vor ihrem Versteck, was sie auch als Beobachtungstier attraktiv macht.
Fütterung
Je nach Alter Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben passender Größe. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere reicht ein Fütterungsintervall von 1–2 Wochen, da der Stoffwechsel sehr langsam ist.
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