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Grammostola pulchripes

Dunkelbraun bis schwarz mit leuchtend goldgelben Streifen an den Knien: Grammostola pulchripes, im Hobby als "Chaco Golden Knee" bekannt, ist eine der beliebtesten großen Einsteigerarten überhaupt. Sie erreicht eindrucksvolle Größen, ist dabei aber ruhig, gutmütig, robust und sehr langlebig. Wer eine große, gut sichtbare und unkomplizierte Vogelspinne sucht, liegt hier richtig.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Gran-Chaco-Region (Paraguay, Nordargentinien)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Grammostola pulchripes (Simon, 1891)
  • Synonym: im Hobby früher häufig als Grammostola aureostriata bezeichnet
  • Gattung: Grammostola
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Gran-Chaco-Region in Paraguay und Nordargentinien
  • Lebensraum: trockenes Grasland und Dornbuschsavanne (Chaco) mit heißen Sommern und kühlen Wintern
  • Körperlänge: ca. 7–9 cm Körperlänge, bis ca. 18–20 cm Beinspannweite
  • Wachstum: langsam (für eine Grammostola vergleichsweise zügig)
  • Lebenserwartung: Weibchen 20–25 Jahre und mehr, Männchen ca. 5–7 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Die Art wurde 1891 von Simon beschrieben. Der lange im Hobby gebräuchliche Name Grammostola aureostriata gilt heute als Synonym von G. pulchripes; im Handel tauchen beide Namen noch auf.

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz. Markant sind die breiten goldgelben bis cremefarbenen Längsstreifen an Patellen und Tibien, die der Art ihren Namen geben (pulchripes = mit schönen Beinen). Beine und Abdomen tragen lange, helle bis rötlich-braune Haare. Der Carapax ist dunkel mit helleren Haaren. Jungtiere sind hellbraun und zeigen die goldenen Knie erst nach mehreren Häutungen deutlich. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

Im Chaco lebt G. pulchripes bodennah in flachen Erdhöhlen, unter Steinen und Totholz, die sie selbst gräbt oder übernimmt. Sie ist nachtaktiv und lauert in der Nähe ihres Unterschlupfs auf Beute. Die kühlen Wintermonate verbringt sie mit stark reduzierter Aktivität.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, überwiegend trocken
  • Einrichtung: ein großzügiges Versteck (Korkröhre, Korkrinde oder Blumentopfhälfte), Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 20–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus
  • Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase (ca. 16–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

G. pulchripes gilt als eine der ruhigsten und gutmütigsten großen Vogelspinnen. Sie sitzt häufig frei sichtbar im Terrarium und lässt sich hervorragend beobachten. Bei Störung setzt sie gelegentlich Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen und Bisse sind sehr selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.

Fütterung

Ein zuverlässiger, oft gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–3 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Im Winter kann der Appetit nachlassen.

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