Grammostola rosea
Eine der klassischen Einsteigerarten schlechthin: Grammostola rosea ist robust, genügsam und verzeiht auch kleinere Haltungsfehler. Bekannt ist sie vor allem für ihr oft gelassenes Wesen – und für ihre legendären Fastenphasen, die schon so manchen Halter beunruhigt haben.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch)
- Herkunft
- Chile, angrenzende Gebiete Argentiniens und Boliviens
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Grammostola rosea (Walckenaer, 1837)
- Gattung: Grammostola
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Chile, angrenzende Gebiete Argentiniens und Boliviens
- Lebensraum: trockene bis halbtrockene Buschlandschaften und Grasland mit deutlichen Temperaturschwankungen
- Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 14–15 cm Beinspannweite
- Wachstum: langsam
- Lebenserwartung: Weibchen 15–20+ Jahre, Männchen ca. 3 Jahre nach der Reifehäutung
- Schutzstatus: CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Die Abgrenzung zu Grammostola porteri ist in der Fachwelt umstritten. Viele im Handel als G. rosea angebotene Tiere werden nach neueren Arbeiten G. porteri zugeordnet. Für die Haltung macht das praktisch keinen Unterschied.
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist braun bis graubraun, überzogen von feinen, rosa bis kupferfarben schimmernden Haaren – besonders deutlich auf dem Carapax. Daher stammt auch der Name "Rosenvogelspinne". Neben der klassischen Form gibt es eine kräftiger rötlich gefärbte Variante, die im Handel oft als "Red Color Form" (RCF) bezeichnet wird. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer und eher hellbraun gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Schienbeinhaken (Tibialapophysen) am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In ihrer Heimat lebt G. rosea in eher trockenen Regionen mit warmen Sommern und kühlen Wintern. Sie bewohnt flache Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder von anderen Tieren übernimmt, und nutzt auch Verstecke unter Steinen und Wurzeln. Tagsüber verborgen, wird sie vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 30 x 30 x 20 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 6–10 cm, z. B. Terrarienerde oder ein Erde-Sand-Gemisch, eher trocken gehalten
- Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre, Korkrinde, Blumentopfhälfte), Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung ist wichtig, Staunässe unbedingt vermeiden
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da Bodenbewohner bei Stürzen aus größerer Höhe schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 20–25 °C, normale Zimmertemperatur ist in der Regel ausreichend
- Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–60 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich eine Ecke leicht anfeuchten
- Jahreszeitliche Schwankungen: Eine kühlere Winterphase (ca. 16–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
G. rosea gilt als überwiegend ruhig, sitzt oft frei sichtbar und lässt sich gut beobachten. Das Temperament kann allerdings von Tier zu Tier schwanken – einzelne Exemplare reagieren nervöser und setzen Brennhaare ein. Bissdrohungen sind selten, kommen aber vor. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft.
Typisch für die Art sind ausgedehnte Fastenphasen: Manche Tiere verweigern über Wochen bis viele Monate jedes Futter, ohne krank zu sein. Solange das Abdomen gut genährt aussieht und Wasser verfügbar ist, ist das kein Grund zur Sorge.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Wird das Futter nicht angenommen, nach etwa 24 Stunden entfernen. Fastenphasen gehören bei dieser Art zum normalen Verhalten.
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