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Haplocosmia himalayana

Hellbraun bis grau mit dunklen Beinen und hellen Knien: Haplocosmia himalayana, im englischen Sprachraum als "Himalayan Banded Earth Tiger" bekannt, ist eine Altweltart vom südlichen Rand des Himalaya. Anders als die meisten asiatischen Vogelspinnen stammt sie aus einer Region mit kalten Wintern und mag es eher etwas kühler. Für eine Altweltart gilt sie als vergleichsweise umgänglich, ist aber schnell und hat ein starkes Gift – nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt und spinnt
Herkunft
südliche Himalaya-Ausläufer (Südnepal, Nordindien)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Haplocosmia himalayana (Pocock, 1899)
  • Handelsnamen: "Himalayan Banded Earth Tiger", "Himalayan Purple-banded Earth Tiger", "Himalayan Beauty"
  • Gattung: Haplocosmia
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Selenocosmiinae)
  • Verbreitung: südlicher Rand der Himalaya-Ausläufer, u. a. Südnepal (z. B. Chitwan) und Nordindien (Region Dehradun)
  • Lebensraum: Wälder und Hügelland mit gemäßigtem Klima und kalten Wintern; lebt in Erdröhren in feuchtem Boden
  • Körperlänge: Weibchen bis ca. 13 cm Beinspannweite, Männchen deutlich kleiner (je nach Quelle ca. 6–10 cm Beinspannweite)
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen bis ca. 15 Jahre, Männchen bis ca. 5 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; Indien und Nepal untersagen den kommerziellen Export von Wildtieren – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Hinweis zur Systematik: Zur Gattung Haplocosmia gehören neben H. himalayana die nepalesische H. nepalensis sowie die erst 2022 beschriebene H. sherwoodae.

Erscheinungsbild

Carapax und Abdomen sind bei beiden Geschlechtern hellbraun bis gräulich. Die Beine sind überwiegend dunkelbraun mit hellen, hellbraunen Patellen ("Knien"), was das typische gebänderte Aussehen ergibt. Je nach Licht kann ein leicht violetter Schimmer auftreten, auf den sich einer der Handelsnamen bezieht. Männchen sind deutlich kleiner als Weibchen, nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Wie viele Selenocosmiinae besitzt sie ein Stridulationsorgan und kann bei Bedrohung zischen.

Habitat und natürliche Lebensweise

H. himalayana gräbt Röhren in feuchten Boden und spinnt zusätzlich Gespinst als Rückzugsort. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige Jägerin, die gut an das Überwältigen großer Beute angepasst ist; auch Artgenossen werden gefressen. In ihrer Heimat wird sie mitunter sogar als natürlicher Schädlingsbekämpfer angesehen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 25 x 30 cm; Fläche und genug Höhe für tieferen Bodengrund
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm; teilweise leicht feucht, teilweise trockener
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre und zusätzliche Versteckmöglichkeiten, da manche Tiere graben und andere eher oberirdisch spinnen; Wassernapf
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: ca. 21–25 °C, nachts gern einige Grad kühler; die Art bevorzugt es eher etwas kühler als die meisten tropischen Asiaten
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–65 %, eher halbtrocken; Wassernapf bereitstellen und eine Ecke des Bodengrunds feucht halten, nachgießen, wenn sie ausgetrocknet ist. Sprühen ist nicht nötig
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase entspricht den Bedingungen am Himalaya und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt H. himalayana keine Brennhaare. Für eine Altweltart gilt sie als vergleichsweise ruhig, ist aber schnell und flüchtet bei Störung meist in ihr Versteck. In die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Ihr Gift gilt als stark: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Erfahrene Halter empfehlen, vor dieser Art bereits Erfahrung mit anderen Altweltarten gesammelt zu haben. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser mit ausgeprägtem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Verstecks abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. In kühleren Phasen kann der Appetit nachlassen.

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