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Harpactira pulchripes

Goldgelber Körper mit dunklem Muster, dazu stahlblau schimmernde Beine: Harpactira pulchripes, im Hobby als "Golden Blue Leg Baboon" bekannt, ist eine der farbenprächtigsten afrikanischen Vogelspinnen. Sie bleibt vergleichsweise klein, ist robust und pflegeleicht. Als schnelle, wehrhafte Altweltart mit potentem Gift ist sie aber nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt gern (opportunistischer Röhrenbewohner)
Herkunft
Südafrika (Ostkap)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Harpactira pulchripes Pocock, 1901
  • Gattung: Harpactira
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Harpactirinae, "Pavianspinnen")
  • Verbreitung: Südafrika, Provinz Ostkap
  • Lebensraum: trockenes Grasland und Buschland (Karoo-Randgebiete) mit heißen Sommern und kühlen Wintern
  • Körperlänge: ca. 4–5 cm Körperlänge, bis ca. 10–12 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Südafrika stehen Pavianspinnen in mehreren Provinzen unter Schutz, Wildfänge sind nicht legal ausführbar – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Erscheinungsbild

Adulte Weibchen haben einen goldgelben bis bronzefarbenen Carapax mit dunklen, strahlenförmigen Linien und ein goldbraunes Abdomen mit dunklem, fischgrätartigem Muster. Die Beine schimmern metallisch stahlblau bis blaugrau, am stärksten an Femora und Patellen. Jungtiere sind einfacher braun gezeichnet und entwickeln die blauen Beine erst über mehrere Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist blasser gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Wie alle Harpactira-Arten besitzt sie ein Stridulationsorgan und kann bei Bedrohung zischen.

Habitat und natürliche Lebensweise

In ihrer Heimat lebt H. pulchripes in selbst gegrabenen oder übernommenen Erdröhren unter Steinen und an Böschungen, deren Eingang mit Gespinst ausgekleidet ist. Die Art ist nachtaktiv und lauert am Eingang auf Beute. Kühle Winter und heiße, trockene Sommer prägen ihren Lebensraum.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: z. B. 30 x 20 x 25 cm für ein adultes Weibchen; Fläche und etwas Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Terrarienerde mit etwas Lehm oder Sand für stabile Röhren; überwiegend trocken, die unteren Schichten leicht feucht
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre oder Korkrinde als Startpunkt für den Bau, Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Hinweis: Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–27 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: eher trocken, ca. 50–65 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich den unteren Bodengrund leicht anfeuchten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: eine kühlere Winterphase (ca. 18–20 °C) entspricht den natürlichen Bedingungen und wird gut vertragen

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt H. pulchripes keine Brennhaare. Sie verteidigt sich durch Drohhaltung, Zischen über das Stridulationsorgan und schnelle Bisse. Verglichen mit vielen anderen Pavianspinnen gilt sie als etwas weniger nervös und sitzt häufiger sichtbar am Eingang ihres Baus – sie bleibt aber schnell, schreckhaft und beißt in die Enge getrieben ohne Zögern. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Im Winter kann der Appetit nachlassen.

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