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Hysterocrates gigas

Groß, massig und rötlich- bis schokoladenbraun mit auffällig verdickten Hinterbeinen: Hysterocrates gigas, im Hobby als "Cameroon Red Baboon" bekannt, ist eine der größten afrikanischen Vogelspinnen. Sie gräbt tiefe Röhren, frisst gierig und wächst schnell. Gleichzeitig gilt sie als ausgesprochen wehrhaft und schnell – eine Art ausschließlich für erfahrene Halter.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, Röhrenbewohner (fossorial)
Herkunft
Westzentralafrika (Kamerun und angrenzende Gebiete)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Hysterocrates gigas Pocock, 1897
  • Gattung: Hysterocrates
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Eumenophorinae)
  • Verbreitung: Westzentralafrika, vor allem Kamerun
  • Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder und Waldränder
  • Körperlänge: ca. 7–9 cm Körperlänge, bis ca. 18–20 cm Beinspannweite
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist rötlich-braun bis schokoladenbraun, teils fast schwarz, mit einem leichten Samtglanz. Auffällig sind die stark verdickten, kräftig behaarten Tibien und Metatarsen des vierten Beinpaars, die für viele Pavianspinnen typisch sind und ihr ein besonders massiges Aussehen geben. Der Carapax ist braun, das Abdomen dunkel. Jungtiere sind heller und unscheinbarer. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und oft dunkler und tragen Bulbi an den Pedipalpen. Wie viele afrikanische Vogelspinnen besitzt sie ein Stridulationsorgan und kann bei Bedrohung zischen.

Habitat und natürliche Lebensweise

H. gigas lebt in tiefen, selbst gegrabenen und mit Gespinst ausgekleideten Röhren im feuchten Waldboden, oft unter Wurzeln und Totholz. Sie ist nachtaktiv und lauert am Röhreneingang auf Beute. Als große, kräftige Jägerin überwältigt sie auch Beutetiere, die deutlich größer sind als Insekten.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 40 x 30 x 40 cm; Fläche und vor allem genug Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: mindestens 20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren; leicht feucht halten, vor allem in den unteren Schichten
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, großer Wassernapf, wenig Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Deckel und Türen müssen absolut sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; großen Wassernapf bereitstellen und den unteren Bodengrund regelmäßig anfeuchten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt H. gigas keine Brennhaare. Sie gilt als eine der wehrhaftesten afrikanischen Vogelspinnen: Bei Störung nimmt sie sofort eine Drohhaltung ein, zischt und beißt ohne langes Zögern. Sie ist schnell und kräftig, die großen Cheliceren machen einen Biss besonders schmerzhaft. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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