Idiothele mira
Beige bis goldbraun gefärbt, mit leuchtend blauen Füßen – und eine der ganz wenigen Vogelspinnen, die eine Falltür baut: Idiothele mira, im Hobby als "Blue Foot Baboon" bekannt, ist eine kleine afrikanische Art mit einem außergewöhnlichen Jagdverhalten. Sie verschließt ihre Röhre mit einem Deckel aus Gespinst und Erde und schnellt bei vorbeikommender Beute blitzartig heraus. Als schnelle Altweltart mit potentem Gift ist sie nichts für Einsteiger.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, Röhrenbewohner mit Falltür (fossorial)
- Herkunft
- Südafrika
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Idiothele mira Gallon, 2010
- Gattung: Idiothele
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Harpactirinae, "Pavianspinnen")
- Verbreitung: Südafrika
- Lebensraum: Grasland und Buschland; lebt in Erdröhren mit Falltür
- Körperlänge: ca. 3–4 cm Körperlänge, bis ca. 9–11 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–12 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Haltung)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Südafrika stehen Pavianspinnen in mehreren Provinzen unter Schutz, Wildfänge sind nicht legal ausführbar – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen
Erscheinungsbild
Carapax, Beine und Abdomen sind beige bis goldbraun gefärbt, das Abdomen mit einem dunkleren, fleckigen Muster. Das namensgebende Merkmal sind die leuchtend blauen bis türkisfarbenen Tarsen und Metatarsen – die "blauen Füße". Bei Jungtieren ist das Blau oft schon früh zu erkennen. Der Artname mira (lateinisch für "wunderbar, erstaunlich") bezieht sich auf die ungewöhnliche Lebensweise. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
I. mira ist eine von nur sehr wenigen Vogelspinnen, die eine echte Falltür bauen. Sie gräbt eine senkrechte Röhre und verschließt den Eingang mit einem Deckel aus Gespinst und Erde, der von außen kaum zu erkennen ist. Nachts lauert sie unter dem leicht angehobenen Deckel und stürzt sich blitzschnell auf Beute, die vorbeiläuft. Dieses Verhalten kennt man sonst vor allem von echten Falltürspinnen, die zu anderen Familien gehören.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 20 x 20 x 25 cm; entscheidend ist die Höhe für tiefen Bodengrund
- Bodengrund: mindestens 12–15 cm, z. B. Terrarienerde mit etwas Lehm oder Sand, damit Röhre und Deckel stabil bleiben; unten leicht feucht, oben trockener
- Einrichtung: wenig Einrichtung nötig; eine kleine, angefangene Mulde oder ein kurzes Röhrenstück als Startpunkt, kleiner Wassernapf
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Falltür lässt sich im Terrarium oft gut beobachten, wenn genug stabiler Bodengrund vorhanden ist. Den Deckel nicht zerstören – die Spinne muss ihn sonst aufwendig neu bauen. Das Terrarium sollte sicher verschließbar sein
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–27 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
- Luftfeuchtigkeit: ca. 55–65 %; kleiner Wassernapf, untere Bodenschichten leicht feucht halten
- Jahreszeitliche Schwankungen: eine leicht kühlere Winterphase entspricht den Bedingungen in Südafrika und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt I. mira keine Brennhaare. Sie verbringt die meiste Zeit in ihrer Röhre und zeigt sich vor allem beim Beutefang. Bei Störung zieht sie sich blitzschnell zurück; in die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift von Altweltarten, insbesondere der Pavianspinnen, wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere am besten in der Nähe der Falltür freilassen – das blitzschnelle Zuschnappen ist eines der spannendsten Schauspiele im Hobby. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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