Lasiocyano sazimai
Eine Neuweltspinne in Blau: Lasiocyano sazimai, bis 2023 als Pterinopelma sazimai bekannt, zeigt einen intensiven, metallisch blauen Schimmer an Beinen und Carapax. Sie ist für eine so farbenprächtige Art erstaunlich ruhig und pflegeleicht und damit eine der wenigen "blauen" Vogelspinnen, die sich auch für Einsteiger eignen. In der Natur ist sie selten und gefährdet; im Hobby wird sie inzwischen regelmäßig nachgezogen.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), opportunistische Gräberin
- Herkunft
- Brasilien (Chapada Diamantina, Bahia)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Lasiocyano sazimai (Bertani, Nagahama & Fukushima, 2011)
- Synonym: Pterinopelma sazimai Bertani, Nagahama & Fukushima, 2011 (im Handel weiterhin gebräuchlich)
- Gattung: Lasiocyano (einzige Art der Gattung)
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Brasilien, nur aus einem eng begrenzten Gebiet im Nationalpark Chapada Diamantina (Bahia) bekannt
- Lebensraum: felsige Hochlandvegetation ("Campos rupestres") mit Bromelien und Orchideen; mild, Durchschnittstemperatur um 20 °C, warme Tage und kühlere Nächte
- Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell (für eine Neuweltart vergleichsweise zügig)
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; die Wildpopulation gilt wegen Schmuggel und Lebensraumverlust als gefährdet – im Handel angebotene Tiere sollten unbedingt aus Nachzucht stammen
Hinweis zur Systematik: Die Art wurde 2011 als Pterinopelma sazimai beschrieben und 2023 von Galleti-Lima et al. in die neu aufgestellte Gattung Lasiocyano gestellt. Viele Händler verwenden noch den alten Namen.
Erscheinungsbild
Adulte Tiere sind dunkel bis schwarz gefärbt und zeigen bei Lichteinfall einen intensiven, metallisch blauen bis blauvioletten Schimmer an Beinen, Pedipalpen und Carapax. Das Abdomen ist dunkel mit langen rötlichen bis hellbraunen Haaren. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer, meist bräunlich, und bekommen den Blauschimmer erst nach mehreren Häutungen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, oft noch intensiver blau, und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In der Chapada Diamantina lebt L. sazimai auf einer Art "ökologischen Insel" im felsigen Hochland. Sie verbringt viel Zeit in Höhlen unter Steinen und Felsspalten, die sie gegebenenfalls erweitert, und zieht sich bei Störung schnell dorthin zurück. Nachts geht sie in der Umgebung ihres Unterschlupfs auf Beutefang.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 30 x 30 x 25 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 8–12 cm, z. B. Terrarienerde oder Kokoshumus, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
- Einrichtung: ein Versteck (Korkröhre oder halb eingegrabene Korkrinde), Wassernapf, gern ein paar flache Steine oder Wurzeln
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 20–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht in der Regel aus; eine leichte nächtliche Absenkung entspricht dem Hochlandklima
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und eine Ecke des Bodengrunds leicht feucht halten
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig, eine leicht kühlere Winterphase wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
L. sazimai gilt als ruhig und eher scheu. Bei Störung zieht sie sich meist zügig in ihr Versteck zurück; kann sie nicht flüchten, nimmt sie eine Drohhaltung ein oder setzt Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium ohne Gesichtsnähe durchführen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heuschrecken, Heimchen oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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