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Lasiodora parahybana

Riesig, robust und mit langen, lachsrosa Haaren an Beinen und Hinterleib: Lasiodora parahybana, im Hobby oft kurz "LP" genannt, gehört zu den größten Vogelspinnen der Welt und zu den absoluten Klassikern im Hobby. Sie wächst extrem schnell, frisst praktisch alles und verzeiht Haltungsfehler. Gleichzeitig ist sie schreckhaft und wirft bereitwillig Brennhaare – eine eindrucksvolle Art für Einsteiger mit etwas Respekt vor der Größe.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Nordostbrasilien (Paraíba und Nachbarstaaten)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Lasiodora parahybana Mello-Leitão, 1917
  • Gattung: Lasiodora
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Nordostbrasilien, vor allem der Bundesstaat Paraíba (auf den sich der Artname bezieht) und angrenzende Gebiete
  • Lebensraum: Atlantischer Küstenregenwald und angrenzende, saisonal trockenere Wälder
  • Körperlänge: ca. 8–10 cm Körperlänge, bis ca. 20–25 cm Beinspannweite
  • Wachstum: sehr schnell – Jungtiere können innerhalb von zwei bis drei Jahren eine beachtliche Größe erreichen
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist schwarz bis dunkelbraun. Beine, Pedipalpen und Abdomen tragen lange, lachsrosa bis rötliche Haare, die der Art ihren englischen Namen "Brazilian Salmon Pink Birdeater" geben. Nach der Häutung wirkt sie fast samtschwarz mit leuchtend rosa Behaarung. Jungtiere sind unscheinbar hellbraun. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

L. parahybana lebt in Erdhöhlen unter Wurzeln, Totholz und Steinen, die sie selbst gräbt oder übernimmt. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die neben großen Insekten auch kleine Wirbeltiere erbeutet.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 60 x 45 x 35 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
  • Einrichtung: großes, stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–28 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

L. parahybana ist schreckhaft, zeigt sich aber häufig offen im Terrarium. Bei Störung setzt sie sehr bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der sehr großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser mit starkem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder große Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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