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Melopoeus longipes

Tiefschwarz mit feinen hellen Streifen an den langen Beinen: Melopoeus longipes, früher Haplopelma longipes und Cyriopagopus longipes, ist ein asiatischer Erdtiger aus Thailand, Kambodscha und Laos. Wie seine Verwandten M. lividus und M. minax ist er ein scheuer, wehrhafter Röhrenbewohner, den man nur selten zu Gesicht bekommt. Für Einsteiger ist er nicht geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, ausgeprägter Röhrenbewohner (fossorial)
Herkunft
Thailand, Kambodscha, Laos
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Melopoeus longipes (von Wirth & Striffler, 2005)
  • Frühere Namen: Haplopelma longipes von Wirth & Striffler, 2005 (Originalkombination), Cyriopagopus longipes (beide im Handel weiterhin gebräuchlich)
  • Gattung: Melopoeus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
  • Verbreitung: Thailand, Kambodscha und Laos
  • Lebensraum: tropische Wälder mit feuchten Böden
  • Körperlänge: bis ca. 14–16 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung); die namensgebenden Beine sind auffällig lang
  • Wachstum: mittel
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Unterfamilie)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen

Hinweis zur Systematik: Die Art wurde 2005 als Haplopelma longipes beschrieben, 2015 nach der Zusammenlegung von Haplopelma und Cyriopagopus zu Cyriopagopus longipes und im März 2026 von Smith, Daniel & Vignaud in die wieder eingesetzte Gattung Melopoeus gestellt – zusammen mit M. lividus (Kobaltblaue Vogelspinne) und M. minax (Thailand Black). Der Artname longipes bedeutet "Langbein".

Wissenswert: Aus dem Gift von M. longipes wurden die Peptide Cl6a und Cl6b isoliert, die den Natriumkanal Nav1.7 hemmen – einen Kanal, der für die Schmerzweiterleitung wichtig ist. Die Art ist damit für die Schmerzforschung interessant.

Erscheinungsbild

Adulte Tiere sind schwarz und dicht behaart, mit feinen weißen bis hellgrauen Längsstreifen an den auffällig langen Beinen. Auf dem Abdomen kann ein schwaches, dunkleres Fischgrätmuster erkennbar sein. Jungtiere sind dunkelgrau bis braun. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und noch langbeiniger, meist etwas heller, und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

M. longipes gräbt tiefe, mit Gespinst ausgekleidete Röhren in den Waldboden und verlässt sie fast nur zur nächtlichen Jagd. Beute wird meist direkt am Röhreneingang ergriffen. Gelegentlich wird die Art auch an Baumrinde angetroffen.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 35 cm; entscheidend ist die Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: mindestens 15–20 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren
  • Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre oder vorgegrabene Startröhre, Wassernapf, wenig Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung – zu viel Feuchtigkeit schadet ebenso wie zu wenig
  • Hinweis: Den Startpunkt der Röhre an der Scheibe anzulegen, erhöht die Chance, die Spinne gelegentlich zu sehen. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 23–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; entscheidend ist feuchter, aber nicht nasser Bodengrund in der Tiefe. Statt zu sprühen, regelmäßig Wasser in eine Ecke gießen
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt M. longipes keine Brennhaare. Wie alle Erdtiger ist sie scheu und zurückgezogen, bei Störung aber schnell und defensiv; in die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Da die Spinne selten zu sehen ist, lässt sich der Ernährungszustand oft nur über verschwundene Futtertiere oder Beutereste einschätzen.

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