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Monocentropus balfouri

Blaue Beine, ein beige-grauer Carapax und ein orange-braun gemusterter Hinterleib: Monocentropus balfouri von der Insel Sokotra ist eine der begehrtesten Altweltarten. Besonders bekannt ist sie dafür, dass sie – anders als fast alle Vogelspinnen – unter bestimmten Bedingungen in Gruppen gehalten werden kann. Sie ist robust und spinnt eindrucksvoll, bleibt aber eine schnelle, wehrhafte Altweltart und ist damit nichts für Einsteiger.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend, gräbt und spinnt ausgiebig
Herkunft
Insel Sokotra (Jemen)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Monocentropus balfouri Pocock, 1897
  • Gattung: Monocentropus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Eumenophorinae)
  • Verbreitung: endemisch auf der Insel Sokotra (Jemen) im Arabischen Meer
  • Lebensraum: trockenes, felsiges Buschland und Hochebenen mit heißem, ariden Klima und kurzer Monsunzeit
  • Körperlänge: ca. 5–6 cm Körperlänge, bis ca. 12–14 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; Sokotra ist UNESCO-Weltnaturerbe, Wildfänge sind nicht legal ausführbar – im Handel angebotene Tiere stammen in aller Regel aus Nachzucht

Erscheinungsbild

Adulte Tiere haben blau bis blaugrau schimmernde Beine, einen hell beige- bis graubraunen Carapax und ein Abdomen mit orange-braunem bis grauem Grund und dunklem Fleckenmuster. Jungtiere zeigen oft schon früh intensiv blaue Beine, die mit zunehmendem Alter etwas blasser und graublauer werden können. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist insgesamt bräunlicher gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

Auf Sokotra lebt M. balfouri unter Steinen, in Felsspalten und in selbst gegrabenen Röhren, die mit viel Gespinst ausgekleidet werden. Bemerkenswert ist, dass Jungtiere in der Natur oft längere Zeit bei der Mutter bleiben und sich Beute teilen können – ein für Vogelspinnen seltenes, ansatzweise soziales Verhalten.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Einzeltier z. B. 30 x 30 x 30 cm; Fläche und genug Höhe für tiefen Bodengrund
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Graberde oder Terrarienerde mit lehmhaltigen Sand, überwiegend trocken, die unteren Schichten leicht feucht
  • Einrichtung: Korkröhre und Korkrinde als Startpunkte für Bau und Gespinst, flache Steine oder Wurzeln als Ankerpunkte, Wassernapf
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe unbedingt vermeiden
  • Hinweis: Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann

Zur Gruppenhaltung: M. balfouri gilt als eine der wenigen Vogelspinnenarten, die sich in Gruppen halten lassen. Bewährt hat sich, Geschwister aus demselben Kokon gemeinsam aufzuziehen, in einem deutlich größeren Terrarium mit mehreren Verstecken und reichlich Futter. Kannibalismus ist trotzdem jederzeit möglich, vor allem bei Häutungen, Futtermangel oder Platzmangel. Gruppenhaltung ist daher ein Projekt für erfahrene Halter und keine Standardempfehlung.

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: trocken, ca. 50–60 %; ein stets gefüllter Wassernapf genügt, gelegentlich die unteren Bodenschichten leicht anfeuchten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt M. balfouri keine Brennhaare. Verglichen mit vielen anderen Pavianspinnen gilt sie als etwas ruhiger und sitzt häufiger sichtbar vor ihrem Gespinst – sie bleibt aber schnell und schreckhaft. In die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein sehr guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen; bei Gruppenhaltung reichlicher und häufiger füttern, damit kein Futterneid entsteht. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Gespinsts abgeben. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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