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Nhandu chromatus

Schwarz mit kräftigen weißen Längsstreifen an den Beinen und leuchtend roten Haaren am Hinterleib: Nhandu chromatus ist eine große, auffällige Bodenbewohnerin aus dem brasilianischen Cerrado. Sie wächst zügig, frisst fast alles und ist robust in der Haltung. Ihr nervöses Temperament und der großzügige Einsatz von Brennhaaren machen sie aber eher zu einer Art für Einsteiger mit etwas Erfahrung.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Zentralbrasilien, Paraguay
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Nhandu chromatus Schmidt, 2004
  • Gattung: Nhandu
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Zentralbrasilien (u. a. Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais) und Paraguay
  • Lebensraum: Cerrado – tropische Baum- und Strauchsavanne mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
  • Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 15–18 cm Beinspannweite
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Bertani stellte die Art 2023 in die Gattung Vitalius (als Vitalius chromatus). Sherwood et al. haben diese Zuordnung im März 2026 bei einer Neubeschreibung der Art wieder rückgängig gemacht, sodass der gültige Name heute wieder Nhandu chromatus lautet. In Foren und Lexika taucht der Zwischenname Vitalius chromatus aber noch auf.

Erscheinungsbild

Die Grundfärbung ist schwarz bis dunkelbraun. Markant sind die breiten weißen bis cremefarbenen Längsstreifen an Patellen, Tibien und Metatarsen sowie die weißen Ringe an den Gelenken. Der Carapax ist dunkel mit hellem Rand, das Abdomen schwarz mit langen, leuchtend roten bis orange-roten Haaren. Daher stammt der englische Name "Brazilian Red and White". Jungtiere zeigen die Streifen schon früh, sind aber blasser. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

Im Cerrado lebt N. chromatus in selbst gegrabenen oder übernommenen Erdhöhlen, oft unter Steinen, Wurzeln und Termitenhügeln. Tagsüber hält sie sich meist im Bau oder am Eingang auf, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
  • Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame Deko
  • Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
  • Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um; Deko sollte stabil sein. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–27 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

N. chromatus ist nervös und schreckhaft. Sie sitzt zwar oft gut sichtbar im Terrarium, reagiert aber schnell auf Störungen und setzt ihre Brennhaare sehr bereitwillig ein – oft schon beim Öffnen des Terrariums. Die Brennhaare können bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber wegen der Größe der Cheliceren schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein sehr guter, fast unersättlicher Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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