Nhandu tripepii
Groß, kräftig gebaut und in warmen Beige- bis Goldtönen gefärbt: Nhandu tripepii ist im Hobby als "Brazilian Giant Blonde" bekannt. Sie gehört zu den größeren Bodenbewohnern Südamerikas, wächst zügig und frisst ausgezeichnet. Wie ihre Schwesterart N. chromatus ist sie robust in der Haltung, aber nervös und sehr freigiebig mit ihren Brennhaaren.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Brasilien
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Nhandu tripepii (Dresco, 1984)
- Gattung: Nhandu
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Brasilien
- Lebensraum: tropische Savannen- und Waldrandgebiete mit ausgeprägter Trocken- und Regenzeit
- Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–18 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist hell- bis goldbraun, die Behaarung lang und dicht, was der Spinne ein flauschiges, "blondes" Aussehen gibt. Die Beine tragen helle, cremefarbene Längslinien und Ringe an den Gelenken, der Carapax ist goldbraun mit hellerem Rand. Das Abdomen ist braun mit langen, rötlich-goldenen Haaren. Insgesamt wirkt sie deutlich heller und weniger kontrastreich als N. chromatus. Jungtiere sind unscheinbarer braun gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
In ihrer Heimat lebt N. tripepii in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Steinen, Wurzeln oder Totholz. Tagsüber bleibt sie meist im Bau oder am Eingang, in der Dämmerung und nachts geht sie auf Beutefang.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 10–15 cm, z. B. Graberde/Sand, Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
- Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame Deko
- Belüftung: gute Belüftung, Staunässe vermeiden
- Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um; Deko sollte stabil sein. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 22–27 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
N. tripepii ist nervös und schreckhaft, sitzt aber oft gut sichtbar im Terrarium. Bei Störung setzt sie ihre Brennhaare sehr bereitwillig ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, aber wegen der Größe der Cheliceren schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.
Fütterung
Ein sehr guter Fresser, der Futter fast immer sofort annimmt. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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