Omothymus violaceopes
Intensiv metallisch blaue Beine und ein heller, goldbrauner Carapax: Omothymus violaceopes, im Hobby als "Singapore Blue" bekannt, ist eine der größten baumbewohnenden Vogelspinnen der Welt. Sie kann über 20 cm Beinspannweite erreichen, wächst schnell und frisst gewaltige Mengen. Gleichzeitig ist sie schnell, wehrhaft und besitzt ein potentes Gift – eine Art ausschließlich für erfahrene Halter.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- Malaysia (Malaiische Halbinsel), Singapur
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Omothymus violaceopes (Abraham, 1924)
- Frühere Namen: Lampropelma violaceopedes Abraham, 1924 (Originalschreibweise), Lampropelma violaceopes (im Handel weiterhin gebräuchlich)
- Gattung: Omothymus
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
- Verbreitung: Malaysia (Malaiische Halbinsel) und Singapur
- Lebensraum: tropische Regenwälder; lebt in Baumhöhlen und unter Rinde großer Bäume
- Körperlänge: ca. 8–9 cm Körperlänge, über 20 cm Beinspannweite, einzelne Tiere bis ca. 23–25 cm
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen bis ca. 14 Jahre, Männchen ca. 4–5 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Abraham beschrieb die Art 1924 als Lampropelma violaceopedes; da Artnamen nach den Nomenklaturregeln keine Pluralform haben dürfen, wurde der Name zu violaceopes korrigiert. 2019 wurde sie in die Gattung Omothymus gestellt. Diese Zuordnung wird teils noch diskutiert, und einige als Männchen dieser Art bestimmte Tiere könnten zu einer anderen Art gehören. Im Handel ist der Name Lampropelma violaceopes weiterhin verbreitet.
Erscheinungsbild
Adulte Weibchen haben intensiv metallisch blaue bis violettblaue Beine, einen hellen, goldbraunen bis beigen Carapax und ein gemustertes Abdomen. Das Blau ist direkt nach der Häutung am kräftigsten. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer, meist bräunlich. Männchen weichen stark ab: Sie sind meist weniger leuchtend gefärbt und entwickeln nach der Reifehäutung einen goldgrünen bis bronzefarbenen Ton; sie tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
O. violaceopes lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde großer Regenwaldbäume, wo sie Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige Jägerin, die neben großen Käfern, Schaben, Grillen und Gottesanbeterinnen gelegentlich auch kleine Wirbeltiere erbeutet. Beim Fressen kann sich ihr Hinterleib deutlich vergrößern.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 40 x 40 x 60 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche, wegen der Größe der Art aber auch ausreichend Grundfläche einplanen
- Bodengrund: ca. 10–12 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten (bei Jungtieren weniger)
- Einrichtung: senkrecht gestellte, breite Korkröhre oder Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Kletter- und Ankerpunkte, kleiner Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist entscheidend, um Schimmel zu vermeiden
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 % bei guter Belüftung; Wassernapf bereitstellen und regelmäßig den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt O. violaceopes keine Brennhaare. Sie ist schnell und schreckhaft und neigt zur Flucht, gilt bei Bedrängnis aber als wehrhaft und beißt mitunter schon als erste Verteidigungsreaktion. Ihr Gift gilt als hochpotent und medizinisch relevant: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder große Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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