Ornithoctonus aureotibialis
Dunkel gefärbt, mit einem goldenen bis orangefarbenen Haarsaum an den Vorderbeinen: Ornithoctonus aureotibialis, im Hobby als "Thai Golden Fringe" bekannt, ist eine Röhrenbewohnerin aus den Regenwäldern Südostasiens. Sie gräbt in der Natur senkrechte Röhren von 30–40 cm Tiefe und verbringt dort fast ihr ganzes Leben. Als wehrhafte Altweltart ohne Brennhaare und mit vermutlich starkem Gift ist sie nichts für Einsteiger.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend, ausgeprägter Röhrenbewohner (fossorial)
- Herkunft
- Thailand, Myanmar, Malaysia
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Ornithoctonus aureotibialis von Wirth & Striffler, 2005
- Handelsnamen: "Thai Golden Fringe", "Thailand Brown"
- Gattung: Ornithoctonus
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
- Verbreitung: Thailand, Myanmar und Malaysia (u. a. Gebiet des Bang-Lang-Nationalparks in Südthailand)
- Lebensraum: tropischer Regenwald in Hügellagen um ca. 600 m Höhe, sehr warm und niederschlagsreich
- Körperlänge: bis ca. 14–15 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 14–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet; in Thailand stehen seit 2022 alle Vogelspinnenarten unter Wildtierschutz – im Handel angebotene Tiere sollten aus Nachzucht stammen
Zum Namen: aureotibialis setzt sich aus dem lateinischen aureus (golden) und tibia (Schienbein) zusammen und bezieht sich auf den goldenen Haarsaum an den Tibien.
Erscheinungsbild
Weibchen sind insgesamt dunkel gefärbt, mit schwarzen Beinen. Männchen sind auf der Oberseite heller, ebenfalls mit schwarzen Beinen. Das namensgebende Merkmal ist ein goldener bis orangefarbener Haarsaum an den Vorderbeinen, der bei halbwüchsigen und adulten Weibchen sowie bei halbwüchsigen Männchen ausgeprägt ist. Das Abdomen zeigt ein helles, fischgrät- oder tigerartiges Muster aus dunkleren Linien. Jungtiere sind unscheinbarer. Adulte Männchen tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
O. aureotibialis gräbt senkrechte, mit Gespinst ausgekleidete Röhren von 30–40 cm Tiefe in den Waldboden und hält sich fast immer darin auf. Sie ist nachtaktiv und lauert am Röhreneingang auf Beute.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 25 x 25 x 35 cm; entscheidend ist die Höhe für tiefen Bodengrund
- Bodengrund: mindestens 20 cm, z. B. Graberde/Sand, Kokoshumus oder Terrarienerde mit etwas Lehm für stabile Röhren; unten leicht feucht halten
- Einrichtung: halb eingegrabene Korkröhre als Startpunkt für den Bau, Wassernapf, wenig Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Wer die Spinne überhaupt sehen möchte, kann den Startpunkt der Röhre an der Scheibe anlegen. Deckel und Türen sollten sicher verschließbar sein und sich so öffnen lassen, dass die Spinne nicht direkt Richtung Hand flüchten kann
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 75–85 %; Wassernapf bereitstellen und den unteren Bodengrund regelmäßig anfeuchten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt O. aureotibialis keine Brennhaare. Sie ist defensiv, versucht bei Störung aber zunächst zu flüchten und beißt vor allem bei anhaltender Bedrängnis. Ein Biss gilt als schmerzhaft und das Gift als stark; wissenschaftliche Untersuchungen dazu fehlen bisher. Wie bei anderen Altweltarten kann ein Biss starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Röhreneingangs abgeben; die Spinne greift meist nachts direkt vom Bau aus zu. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen. Da die Spinne selten zu sehen ist, lässt sich der Ernährungszustand oft nur über verschwundene Futtertiere oder Beutereste einschätzen.
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