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Pamphobeteus antinous

Riesig, kräftig und mit einem stahlblauen bis violetten Schimmer auf den Beinen: Pamphobeteus antinous, im Hobby als "Bolivian Blueleg" oder "Steely Blue Leg" bekannt, gehört zu den größten Vogelspinnen der Welt. Sie wächst schnell, frisst gewaltige Mengen und beeindruckt allein durch ihre Präsenz. Wegen ihrer Größe, Kraft und Nervosität ist sie eher für erfahrene Halter geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Peru, Bolivien
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Pamphobeteus antinous Pocock, 1903
  • Gattung: Pamphobeteus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Peru und Bolivien (östlicher Andenrand und Amazonastiefland)
  • Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder
  • Körperlänge: ca. 8–9 cm Körperlänge, bis ca. 18–22 cm Beinspannweite
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Pamphobeteus-Arten sind äußerlich schwer zu unterscheiden, und im Hobby kursieren viele Handelsbezeichnungen ("Pamphobeteus sp. ..."). Bei Angeboten lohnt sich ein genauer Blick auf Herkunft und Nachzuchtlinie.

Erscheinungsbild

Adulte Weibchen sind dunkelbraun bis schwarz mit einem stahlblauen bis violetten Schimmer auf Beinen und Carapax, der nach der Häutung am stärksten ist. Das Abdomen ist dunkel mit langen, rötlich-braunen Haaren. Die Männchen sind nach der Reifehäutung besonders auffällig: Sie zeigen einen intensiven violetten bis rosa-metallischen Glanz und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar; typisch für die Gattung ist zudem ein verdicktes Glied am Pedipalpus der Männchen. Jungtiere sind unscheinbar braun.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. antinous lebt in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Wurzeln, Totholz und Steinen. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die ihren Bau zur Jagd auch verlässt.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 60 x 45 x 35 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 15 cm oder mehr, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: großes, stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 23–27 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

P. antinous ist schreckhaft und nervös. Bei Störung flüchtet sie oder setzt bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der sehr großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser mit ausgeprägtem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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