Pamphobeteus nigricolor
Groß, kräftig und überwiegend dunkel gefärbt: Pamphobeteus nigricolor ist die Typusart ihrer Gattung – also die Art, anhand derer die Gattung Pamphobeteus überhaupt definiert wurde. Sie stammt aus Kolumbien und gehört zu den großen Bodenbewohnern Südamerikas. Wie ihre Verwandten wächst sie schnell, frisst gierig und ist robust in der Haltung, aber schreckhaft und freigiebig mit Brennhaaren – eher eine Art für Halter mit Erfahrung.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Kolumbien (Vorkommen in Brasilien und Peru unsicher)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Pamphobeteus nigricolor (Ausserer, 1875)
- Synonym: Lasiodora nigricolor Ausserer, 1875 (Originalkombination)
- Gattung: Pamphobeteus (Typusart der Gattung)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
- Verbreitung: Kolumbien; Meldungen aus Brasilien und Peru gelten als unsicher
- Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder
- Körperlänge: große Art, bis ca. 16–20 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Hinweis zur Systematik: Anton Ausserer beschrieb die Art 1875 als Lasiodora nigricolor. 1901 stellte Pocock sie in die neu geschaffene Gattung Pamphobeteus und machte sie zu deren Typusart. In der Literatur taucht gelegentlich auch die Schreibvariante "negricolor" auf. Wie bei allen Pamphobeteus-Arten ist die Bestimmung von Tieren im Hobby oft unsicher; Herkunftsangaben und Nachzuchtlinien sind daher wichtig.
Erscheinungsbild
Wie der Name andeutet (nigricolor = schwarz gefärbt), ist die Grundfärbung dunkelbraun bis schwarz. Nach der Häutung zeigt sich, wie bei vielen Pamphobeteus-Arten, oft ein leichter bläulicher bis violetter Schimmer auf Carapax und Beinen. Das Abdomen trägt lange, rötlich-braune Haare. Männchen zeigen nach der Reifehäutung den gattungstypischen intensiveren Glanz und ein verdicktes Glied am Pedipalpus; sie tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar. Jungtiere sind unscheinbar braun.
Habitat und natürliche Lebensweise
P. nigricolor lebt in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Wurzeln, Totholz und Steinen. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin. Genauere Freilanddaten liegen kaum vor.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: großes, stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 23–27 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Wie die meisten Pamphobeteus-Arten ist P. nigricolor schreckhaft und nervös. Bei Störung flüchtet sie oder setzt bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.
Fütterung
Ein ausgesprochen gieriger Fresser mit ausgeprägtem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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