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Pamphobeteus sp. "platyomma"

Groß, dunkel und mit dem für Pamphobeteus typischen bläulich-violetten Schimmer: Unter dem Namen "Pamphobeteus sp. platyomma" bzw. "Pamphobeteus platyomma" werden seit Jahren große südamerikanische Bodenbewohner gehandelt. Der Name ist allerdings eine reine Handelsbezeichnung – die echte, 1923 beschriebene platyomma ist eine kleine brasilianische Spinne, deren Name heute als zweifelhaft gilt und die nie im Hobby war. Dieses Profil erklärt den Hintergrund und gibt Haltungshinweise für die im Hobby gehaltenen Tiere.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
im Hobby meist Ecuador angegeben (nicht gesichert)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Handelsname: "Pamphobeteus sp. platyomma", "Pamphobeteus platyomma"
  • Wissenschaftliche Zuordnung: unbestimmte Pamphobeteus-Art (Pamphobeteus sp.)
  • Gattung: Pamphobeteus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Herkunft der Hobbytiere: von Haltern und Händlern meist mit Ecuador angegeben; eine sichere Herkunft ist nicht dokumentiert
  • Lebensraum: vermutlich feuchtwarme tropische Wälder wie bei anderen Pamphobeteus-Arten
  • Körperlänge: große Art, bis ca. 16–20 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hintergrund zum Namen: Mello-Leitão beschrieb 1923 eine Art namens Pamphobeteus platyomma. Sie wurde 1993 in die Gattung Vitalius gestellt; da das Typusexemplar ein Jungtier war, gilt Vitalius platyomma heute laut World Spider Catalog als nomen dubium – ein zweifelhafter Name, der keiner Art sicher zugeordnet werden kann. Erfahrene Halter gehen davon aus, dass die echte "platyomma" eine kleine brasilianische Art ist, die nie im Hobby war. Die großen Hobbytiere bekamen den Namen offenbar nur, weil keine bessere Bezeichnung zur Verfügung stand. Vermutlich handelt es sich um eine bislang unbestimmte Art aus Ecuador; manche Halter halten sie für identisch mit anderen "Pamphobeteus sp. Ecuador"-Formen, andere sehen bei adulten Tieren klare Unterschiede. Für einen Marktplatz bedeutet das: Angebote sollten als "Pamphobeteus sp. 'platyomma'" gekennzeichnet werden und nicht mit dem wissenschaftlichen Namen Vitalius platyomma oder einer echten Art verwechselt werden. Nachzuchtlinien sollten nicht mit anderen Pamphobeteus-Formen gemischt werden.

Erscheinungsbild

Jungtiere zeigen ein für viele Pamphobeteus typisches "Tannenbaum"-Muster auf dem Abdomen und sehen anderen Pamphobeteus-Jungtieren zum Verwechseln ähnlich. Erst mit zunehmendem Alter entwickeln sich Unterschiede. Adulte Tiere sind dunkelbraun bis schwarz, mit einem bläulichen bis violetten Schimmer nach der Häutung und langen, rötlich-braunen Haaren auf dem Abdomen. Männchen zeigen nach der Reifehäutung den gattungstypischen intensiven Glanz und ein verdicktes Glied am Pedipalpus; sie tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

Da die Herkunft nicht gesichert ist, gibt es keine verlässlichen Freilanddaten. Wie andere Pamphobeteus-Arten lebt sie vermutlich in Erdhöhlen unter Wurzeln, Totholz und Steinen im feuchten Waldboden und ist nachtaktiv.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: großes, stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 23–27 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Halter beschreiben die Hobbyform "platyomma" als temperamentvoll und mitunter wehrhafter als andere Pamphobeteus-Formen aus Ecuador. Bei Störung setzt sie Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können, und zeigt Drohhaltungen. Bisse sind selten, kommen aber vor. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser mit ausgeprägtem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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