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Pamphobeteus ultramarinus

Groß, kräftig und – vor allem bei den Männchen – mit einem leuchtend ultramarinblauen bis violetten Glanz: Pamphobeteus ultramarinus ist eine große Bodenbewohnerin aus Ecuador, deren Name direkt auf diese Farbe verweist. Wie die anderen Pamphobeteus-Arten wächst sie schnell, frisst gewaltige Mengen und ist robust in der Haltung, aber schreckhaft und freigiebig mit Brennhaaren. Sie ist eher etwas für Halter mit Erfahrung.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Ecuador
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Pamphobeteus ultramarinus Schmidt, 1995
  • Gattung: Pamphobeteus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Ecuador
  • Lebensraum: feuchtwarme tropische Wälder
  • Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–20 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Wie bei allen Pamphobeteus-Arten ist die Bestimmung im Hobby oft unsicher. Tiere werden häufig unter vorläufigen Namen ("Pamphobeteus sp. ...") gehandelt, und die Gattung gilt als revisionsbedürftig. Ältere Haltungsliteratur zu dieser Art enthält teils fehlerhafte Angaben. Herkunftsangaben und Nachzuchtlinien sind daher besonders wichtig.

Erscheinungsbild

Adulte Weibchen sind dunkelbraun bis schwarz mit einem bläulichen bis violetten Schimmer auf Carapax und Beinen, der nach der Häutung am stärksten ist; das Abdomen ist dunkel mit langen, rötlich-braunen Haaren. Namensgebend sind vor allem die Männchen: Nach der Reifehäutung zeigen sie einen intensiven, ultramarinblauen bis violettblauen Glanz, besonders auf dem Carapax. Typisch für die Gattung ist zudem ein verdicktes Glied am Pedipalpus der Männchen; sie tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar. Jungtiere sind unscheinbar braun.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. ultramarinus lebt in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Wurzeln, Totholz und Steinen. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die ihren Bau zur Jagd auch verlässt. Genauere Freilanddaten liegen kaum vor.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: großes, stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Art gräbt gern und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–27 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

P. ultramarinus ist schreckhaft und nervös. Bei Störung flüchtet sie oder setzt bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser mit ausgeprägtem Fressreflex. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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