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Pamphobeteus vespertinus

Überwiegend schwarz, mit rötlichen Haaren am Hinterleib, roten Linien auf dem Carapax und Beinen, die je nach Licht rosa bis violett schimmern: Pamphobeteus vespertinus, im englischen Sprachraum als "Ecuadorian Red Bloom" bekannt, ist eine große Bodenbewohnerin aus Ecuador. Für eine Neuweltart gilt sie als ausgesprochen reizbar und nervös. Dazu kommt, dass ihre Bestimmung im Hobby oft unsicher ist – eine Art für erfahrene Halter.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch)
Herkunft
Ecuador
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Pamphobeteus vespertinus (Simon, 1889)
  • Gattung: Pamphobeteus
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Theraphosinae)
  • Verbreitung: Ecuador, u. a. aus der Region des Sangay-Nationalparks gemeldet
  • Lebensraum: Wald- und Berglandschaften am Ostrand der Anden mit großen Höhen- und Klimaunterschieden
  • Körperlänge: bis ca. 15–18 cm Beinspannweite; im Vergleich zu anderen Pamphobeteus-Arten eher mittelgroß und schlankbeinig
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen etwas über 15 Jahre, Männchen ca. 4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Hinweis zur Systematik: Die Gattung Pamphobeteus gilt als eine der verwirrendsten im Hobby. Viele Tiere werden unter vorläufigen Namen wie "Pamphobeteus sp." oder "cf. vespertinus" gehandelt, und ob diese wirklich zu P. vespertinus gehören, ist oft unklar. Erfahrene Halter weisen darauf hin, dass echte P. vespertinus eher mittelgroß bleiben. Eine künftige Revision der Gattung könnte viele Handelsnamen zusammenfassen. Herkunftsangaben und Nachzuchtlinien sind daher bei dieser Art besonders wichtig.

Erscheinungsbild

Der Körper ist überwiegend schwarz. Das Abdomen ist mit rötlichen Haaren bedeckt, der Carapax zeigt rötliche Linien. Die Beine sind schwarz, wirken aber je nach Lichteinfall rosa bis violett schimmernd – daher der Name "Red Bloom". Die Beine sind für eine Pamphobeteus vergleichsweise schlank. Jungtiere sind unscheinbar braun. Männchen zeigen nach der Reifehäutung den für die Gattung typischen intensiven Glanz, tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. vespertinus lebt bodennah in Erdhöhlen und Unterschlüpfen unter Wurzeln, Steinen und Totholz. Sie ist nachtaktiv und verlässt ihren Unterschlupf zur Jagd. Für die Region um den Sangay-Nationalpark werden große Spannen bei Höhenlage, Temperatur und Niederschlag angegeben; die genauen Fundorte der Art sind nur lückenhaft dokumentiert.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Weibchen; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Graberde, Kokoshumus oder Terrarienerde, eine Seite leicht feucht, die andere trockener
  • Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 22–26 °C, normale Zimmertemperatur reicht meist aus; eine leichte nächtliche Absenkung entspricht dem Andenklima
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds leicht feucht halten
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

P. vespertinus gilt als scheu, aber für eine Neuweltart ungewöhnlich reizbar und nervös. Sie flüchtet lieber, als zu kämpfen; unter Druck setzt sie jedoch bereitwillig Brennhaare ein, die bei empfindlichen Menschen zu starkem Juckreiz und Hautreizungen führen können. Bissdrohungen kommen vor, Bisse sind selten. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur ohne Gesichtsnähe, mit langer Pinzette und idealerweise mit Handschuhen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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