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Phormictopus auratus

Groß, massig und mit einem goldenen bis bronzefarbenen Schimmer: Phormictopus auratus ist eine eindrucksvolle Bodenbewohnerin aus Kuba. Sie wächst zügig, frisst enorm und erreicht stattliche Größen. Für eine Neuweltart ist sie allerdings ungewöhnlich wehrhaft und bissfreudig, weshalb sie eher in erfahrene Hände gehört.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
Herkunft
Kuba
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Phormictopus auratus Ortiz & Bertani, 2005
  • Gattung: Phormictopus
  • Familie: Theraphosidae
  • Verbreitung: Kuba
  • Lebensraum: tropische Wälder, Buschland und Kulturland mit feuchtwarmem Klima
  • Körperlänge: ca. 7–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–18 cm Beinspannweite
  • Wachstum: schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: nicht CITES-gelistet

Erscheinungsbild

Adulte Weibchen sind dunkelbraun bis schwarz mit einem deutlichen goldenen bis bronzefarbenen Schimmer auf Carapax und Beinen, der der Art ihren Namen gibt (lateinisch auratus = vergoldet). Das Abdomen ist dunkel mit langen hellbraunen bis rötlichen Haaren. Kurz nach der Häutung ist der Goldglanz am intensivsten. Jungtiere sind einfacher braun gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, oft mit einem violetten bis rötlichen Schimmer, und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.

Habitat und natürliche Lebensweise

In Kuba lebt P. auratus in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Steinen, Wurzeln und Totholz. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin, die auch große Beutetiere überwältigt.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 40 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
  • Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Graberde/Sand Gemisch, Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
  • Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
  • Hinweis: Die Art gräbt ausgiebig und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Phormictopus-Arten gelten als die wehrhaftesten Neuweltvogelspinnen. P. auratus reagiert auf Störungen häufig mit Drohhaltung und ist bissfreudiger als die meisten anderen Neuweltarten; Brennhaare setzt sie vergleichsweise seltener ein. Sie ist zudem kräftig und kann schnell sein. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit.

Typisch ist auch ein ausgeprägter Fressreflex: Die Spinne stürzt sich oft auf alles, was sich im Terrarium bewegt – auch auf Pinzetten oder Finger.

Fütterung

Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben und die Hand nicht ins Terrarium führen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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