Phormictopus cancerides
Massig, groß und nach der Häutung mit einem violett bis kupfern schimmernden Glanz: Phormictopus cancerides von der Karibikinsel Hispaniola ist eine der größten Vogelspinnen der Karibik und seit über 200 Jahren wissenschaftlich bekannt. Sie wächst schnell, frisst enorm und ist robust in der Haltung. Wie alle Phormictopus-Arten ist sie aber für eine Neuweltart ausgesprochen wehrhaft.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- bodenbewohnend (terrestrisch), gräbt gern
- Herkunft
- Hispaniola (Haiti, Dominikanische Republik)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Phormictopus cancerides (Latreille, 1806)
- Gattung: Phormictopus
- Familie: Theraphosidae
- Verbreitung: Hispaniola (Haiti und Dominikanische Republik)
- Lebensraum: tropische Wälder, Buschland und Kulturland mit feuchtwarmem Klima
- Körperlänge: ca. 7–9 cm Körperlänge, bis ca. 17–20 cm Beinspannweite
- Wachstum: schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 15–20 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarzbraun. Frisch gehäutet zeigen Carapax und Beine einen auffälligen violetten bis kupfer- oder bronzefarbenen Schimmer, daher die englischen Handelsnamen "Haitian Brown" bzw. "Haitian Purple". Mit der Zeit bis zur nächsten Häutung verblasst der Glanz und das Tier wirkt zunehmend braun. Das Abdomen ist dunkel mit langen hellbraunen bis rötlichen Haaren. Jungtiere sind einfacher braun gefärbt. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger, oft mit besonders intensivem Violettglanz, und tragen Bulbi an den Pedipalpen sowie Tibialapophysen am ersten Beinpaar.
Habitat und natürliche Lebensweise
Auf Hispaniola lebt P. cancerides in Erdhöhlen, die sie selbst gräbt oder übernimmt, häufig unter Steinen, Wurzeln, Totholz oder auch in Mauerritzen in Siedlungsnähe. Sie ist nachtaktiv und eine kräftige, opportunistische Jägerin.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: Faustregel 3x Beinspannweite in der Grundfläche, z. B. 50 x 40 x 30 cm für ein adultes Tier; Fläche ist wichtiger als Höhe
- Bodengrund: 12–15 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: stabiles Versteck (Korkröhre oder Korkrinde), großer Wassernapf, sparsame und stabile Deko
- Belüftung: gute Querlüftung, damit die Feuchtigkeit nicht zu Schimmel führt
- Hinweis: Die Art gräbt ausgiebig und baut ihr Terrarium um. Die Höhe sollte begrenzt bleiben, da schwere Bodenbewohner bei Stürzen schwer verletzt werden können
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; großen Wassernapf bereitstellen und einen Teil des Bodengrunds feucht halten, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Wie alle Phormictopus-Arten gehört P. cancerides zu den wehrhaftesten Neuweltvogelspinnen. Sie reagiert auf Störungen häufig mit Drohhaltung und ist bissfreudiger als die meisten anderen Neuweltarten; Brennhaare setzt sie vergleichsweise seltener ein. Sie ist kräftig und kann sehr schnell sein. Ein Biss ist für gesunde Menschen medizinisch in der Regel unbedenklich, wegen der großen Cheliceren aber sehr schmerzhaft. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit.
Typisch ist ein ausgeprägter Fressreflex: Die Spinne stürzt sich oft auf alles, was sich im Terrarium bewegt – auch auf Pinzetten oder Finger.
Fütterung
Ein ausgesprochen gieriger Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futter mit Pinzette abgeben und die Hand nicht ins Terrarium führen. Nicht überfüttern: Ein stark aufgeblähtes Abdomen erhöht das Verletzungsrisiko bei Stürzen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
Häutungsverlauf.
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