Phormingochilus everetti
Die Typusart ihrer Gattung: Phormingochilus everetti wurde bereits 1895 von Pocock aus Borneo beschrieben und ist die Art, anhand derer die Gattung Phormingochilus definiert wurde. Sie ist eine baumbewohnende Altweltart aus den Regenwäldern Borneos und – wie ihre Verwandte P. hatihati aus Sulawesi – schnell, schreckhaft und wehrhaft. Damit gehört sie ausschließlich in die Hände erfahrener Halter.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol), Jungtiere teils bodennah
- Herkunft
- Borneo (Malaysia, vermutlich auch Indonesien)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Phormingochilus everetti Pocock, 1895
- Gattung: Phormingochilus (Typusart der Gattung)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Ornithoctoninae)
- Verbreitung: Borneo; beschrieben aus dem malaysischen Teil der Insel
- Lebensraum: tropische Regenwälder; lebt in Baumhöhlen, unter Rinde und in Astgabeln
- Körperlänge: bis ca. 14–16 cm Beinspannweite (Erfahrungswerte aus der Gattung)
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 10–15 Jahre, Männchen ca. 2–3 Jahre (Erfahrungswerte aus der Unterfamilie)
- Schutzstatus: nicht CITES-gelistet
Zum Namen und zur Gattung: Der Artname ehrt vermutlich Alfred Hart Everett, einen britischen Kolonialbeamten und Naturaliensammler, der im späten 19. Jahrhundert auf Borneo zahlreiche Tiere für die Wissenschaft sammelte. Zur Gattung Phormingochilus gehören heute u. a. P. arboricola, P. tigrinus und P. pennellhewlettorum (alle Borneo) sowie P. hatihati aus Sulawesi. Die Gattung bewegt sich typischerweise in plötzlichen, sehr schnellen Schüben. Da sich die Arten äußerlich ähneln und im Handel teils unter unsicheren Namen laufen, sind Herkunftsangaben wichtig.
Erscheinungsbild
Belastbare Beschreibungen lebender Tiere sind spärlich. Wie viele Phormingochilus-Arten ist P. everetti überwiegend in Braun- bis Grautönen gefärbt, oft mit einem dunkleren, fischgrätartigen Muster auf dem Abdomen und je nach Licht einem leichten Schimmer auf den Beinen. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist heller und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
P. everetti lebt in Baumhöhlen, unter abstehender Rinde und in Astgabeln, wo sie Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Bei verwandten Arten halten sich Jungtiere zunächst bodennah auf, bevor sie in die Höhe ziehen; ähnliches ist auch bei dieser Art möglich.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 45 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm für adulte Tiere, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten; Jungtiere bekommen mehr Bodengrund
- Einrichtung: senkrecht oder schräg gestellte Korkröhre als Unterschlupf, Äste, Korkrinde und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 %; Wassernapf bereitstellen und regelmäßig einen Teil des Bodengrunds oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt P. everetti keine Brennhaare. Wie alle Phormingochilus-Arten ist sie schreckhaft und bewegt sich in plötzlichen, sehr schnellen Schüben. Bei Störung flüchtet sie meist in ihren Unterschlupf; in die Enge getrieben nimmt sie eine Drohhaltung ein und beißt. Das Gift von Altweltarten wirkt in der Regel deutlich stärker als das der Neuweltarten: Ein Biss kann starke Schmerzen, Muskelkrämpfe und Kreislaufbeschwerden über Stunden bis Tage verursachen und sollte ärztlich beobachtet werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter und voller Aufmerksamkeit; das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
Änderung vorschlagen
Stimmt eine Wertung nicht, oder fehlt etwas? Dein Vorschlag geht als Nachricht an vogelspinnen.kaufen – die Antwort findest du in deinen Nachrichten.
Allgemeines zu Terrarium, Futter und Häutung steht im Ratgeber.
Alle Artenportraits