Poecilotheria formosa
Silbergrau, cremeweiß und schwarz gemustert wie ein kunstvolles Ornament: Poecilotheria formosa, im Hobby als "Salem Ornamental" bekannt, ist eine der eleganten indischen Ornamentvogelspinnen. Ihr Name ist Programm – formosa bedeutet "schön". In der Natur ist sie gefährdet, im Hobby wird sie jedoch regelmäßig nachgezogen. Als große, extrem schnelle, baumbewohnende Altweltart mit potentem Gift ist sie ausschließlich für erfahrene Halter geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- Südindien (Ostghats, u. a. Region um Salem in Tamil Nadu)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria formosa Pocock, 1899
- Gattung: Poecilotheria (Ornamentvogelspinnen)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Poecilotheriinae)
- Verbreitung: Südindien, vor allem die Ostghats in Tamil Nadu und angrenzenden Gebieten
- Lebensraum: trockene, laubabwerfende Wälder; lebt in Baumhöhlen und unter loser Rinde
- Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 16–18 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 11–12 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II (gesamte Gattung Poecilotheria seit 2019), in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten. Auf der Roten Liste der IUCN als "stark gefährdet" (Endangered) eingestuft
Erscheinungsbild
Die Grundfärbung ist silbergrau bis cremefarben mit einem fein gezeichneten, für Ornamentvogelspinnen typischen Muster aus schwarzen und dunkelgrauen Flecken, Bändern und Linien auf Carapax, Abdomen und Beinen. Das Abdomen zeigt ein dunkles, fischgrätartiges Mittelband. Auf der Unterseite der Vorderbeine tragen die Tiere kontrastreiche gelbe und schwarze Zeichnungen, die als Warnsignal in der Drohhaltung sichtbar werden. Diese Unterseitenzeichnung ist bei Ornamentvogelspinnen ein wichtiges Merkmal zur Artbestimmung. Jungtiere sind ähnlich, aber blasser gezeichnet. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist bräunlicher gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
P. formosa lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde, wo sie trichterförmige Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Ihr Lebensraum ist durch Abholzung und Brennholzgewinnung bedroht.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 45 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht gestellte Korkröhre oder breite Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und gelegentlich den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt P. formosa keine Brennhaare. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie extrem schnell und neigt bei Störung zur sofortigen Flucht – häufig unvorhersehbar und auch aus dem Terrarium heraus. In die Enge getrieben zeigt sie eine Drohhaltung mit erhobenen Vorderbeinen und beißt. Das Gift der Gattung Poecilotheria gilt als besonders potent: Bisse führen typischerweise zu starken Schmerzen und teils schweren, über Tage anhaltenden Muskelkrämpfen. Ein Biss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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