Poecilotheria miranda
Grau, schwarz und cremeweiß ornamentiert, mit kräftig gelb-schwarzer Zeichnung auf der Unterseite der Beine: Poecilotheria miranda, im Hobby als "Bengal Ornamental" bekannt, ist eine der indischen Ornamentvogelspinnen aus dem Nordosten des Subkontinents. Wie alle Arten ihrer Gattung ist sie international geschützt und wird im Hobby regelmäßig nachgezogen. Als große, extrem schnelle, baumbewohnende Altweltart mit potentem Gift ist sie ausschließlich für erfahrene Halter geeignet.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- Nordostindien (Chota-Nagpur-Plateau, u. a. Jharkhand)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria miranda Pocock, 1900
- Gattung: Poecilotheria (Ornamentvogelspinnen)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Poecilotheriinae)
- Verbreitung: Nordostindien, vor allem das Chota-Nagpur-Plateau (u. a. Jharkhand und angrenzende Gebiete)
- Lebensraum: trockene, laubabwerfende Wälder; lebt in Baumhöhlen und unter loser Rinde
- Körperlänge: ca. 6–7 cm Körperlänge, bis ca. 15–18 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 11–12 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II (gesamte Gattung Poecilotheria seit 2019), in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten. In der Natur ist die Art durch Lebensraumverlust bedroht
Erscheinungsbild
Die Oberseite ist silbergrau bis cremefarben mit einem fein gezeichneten Muster aus schwarzen und dunkelgrauen Flecken, Bändern und Linien auf Carapax, Abdomen und Beinen. Das Abdomen zeigt ein dunkles, fischgrätartiges Mittelband. Besonders auffällig ist die Unterseite: Die Vorderbeine tragen leuchtend gelbe und schwarze Felder, die in der Drohhaltung als Warnsignal sichtbar werden und bei P. miranda besonders kräftig ausgeprägt sind. Die Unterseitenzeichnung ist bei Ornamentvogelspinnen ein wichtiges Merkmal zur Artbestimmung. Jungtiere sind ähnlich, aber blasser gezeichnet. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist bräunlicher gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
P. miranda lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde, wo sie trichterförmige Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Ihr Lebensraum ist durch Abholzung und Bergbau in der Region bedroht.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 45 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht gestellte Korkröhre oder breite Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und gelegentlich den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig; eine leicht kühlere Winterphase entspricht den Bedingungen in Nordostindien und wird gut vertragen
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt P. miranda keine Brennhaare. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie extrem schnell und neigt bei Störung zur sofortigen Flucht – häufig unvorhersehbar und auch aus dem Terrarium heraus. In die Enge getrieben zeigt sie eine Drohhaltung mit erhobenen Vorderbeinen, bei der die gelb-schwarze Unterseite sichtbar wird, und beißt. Das Gift der Gattung Poecilotheria gilt als besonders potent: Bisse führen typischerweise zu starken Schmerzen und teils schweren, über Tage anhaltenden Muskelkrämpfen. Ein Biss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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