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Poecilotheria ornata

Groß, kontrastreich gemustert und mit einer prächtigen, gelb-schwarzen Beinunterseite: Poecilotheria ornata, im Hobby als "Fringed Ornamental" bekannt, gilt als die größte Art ihrer Gattung. Sie stammt aus den feuchten Regenwäldern im Südwesten Sri Lankas. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie international geschützt, extrem schnell und besitzt ein potentes Gift – eine Art ausschließlich für erfahrene Halter.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend (arboricol)
Herkunft
Südwest-Sri Lanka
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria ornata Pocock, 1899
  • Gattung: Poecilotheria (Ornamentvogelspinnen)
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Poecilotheriinae)
  • Verbreitung: Sri Lanka, vor allem die feuchte Zone im Südwesten der Insel
  • Lebensraum: tropische Regenwälder; lebt in Baumhöhlen und unter loser Rinde großer Bäume
  • Körperlänge: ca. 7–9 cm Körperlänge, bis ca. 20–25 cm Beinspannweite – die größte Art der Gattung
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
  • Schutzstatus: CITES Anhang II (gesamte Gattung Poecilotheria seit 2019), in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten. Sri Lanka exportiert keine Wildfänge; in der Natur ist die Art durch Lebensraumverlust bedroht

Erscheinungsbild

Die Oberseite ist grau bis graubraun mit einem kontrastreichen Muster aus schwarzen, cremefarbenen und bräunlichen Flecken und Bändern. Typisch für Sri-Lanka-Ornamentvogelspinnen sind die dicht behaarten, "gefransten" Beine, die der Art ihren englischen Namen geben. Das Abdomen zeigt ein dunkles, fischgrätartiges Mittelband und oft rosafarbene bis rötliche Töne. Die Unterseite der Vorderbeine trägt kräftige gelbe und schwarze Felder, die in der Drohhaltung sichtbar werden; die Unterseitenzeichnung ist bei Ornamentvogelspinnen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. Jungtiere sind ähnlich, aber blasser gezeichnet. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist bräunlich gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. ornata lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde großer Bäume im feuchten Regenwald, wo sie trichterförmige Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Ihr Lebensraum ist durch Abholzung und die Umwandlung in Plantagen bedroht.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 40 x 40 x 60 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche, aber wegen der Größe der Art auch ausreichend Grundfläche einplanen
  • Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: senkrecht gestellte, breite Korkröhre oder Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
  • Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 70–80 % – etwas feuchter als bei den indischen Arten aus Trockenwäldern; Wassernapf bereitstellen und regelmäßig den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt P. ornata keine Brennhaare. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie extrem schnell und neigt bei Störung zur sofortigen Flucht – häufig unvorhersehbar und auch aus dem Terrarium heraus. In die Enge getrieben zeigt sie eine Drohhaltung mit erhobenen Vorderbeinen und beißt; wegen ihrer Größe ist sie dabei besonders eindrucksvoll. Das Gift der Gattung Poecilotheria gilt als besonders potent: Bisse führen typischerweise zu starken Schmerzen und teils schweren, über Tage anhaltenden Muskelkrämpfen. Ein Biss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein sehr guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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