Poecilotheria striata
Grau bis bräunlich mit einem markanten, längsgestreiften Muster: Poecilotheria striata, im Hobby als "Mysore Ornamental" bekannt, ist eine der großen Ornamentvogelspinnen aus den Westghats Südindiens. Ihr Name bezieht sich auf die auffällige Streifenzeichnung (striata = gestreift). Sie gehört zu den häufiger nachgezogenen Arten der Gattung. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie international geschützt, extrem schnell und hochgiftig – ausschließlich für erfahrene Halter.
Übersicht auf einen Blick
- Lebensweise
- baumbewohnend (arboricol)
- Herkunft
- Südindien (Westghats, u. a. Karnataka und Kerala)
- Einsteiger-Eignung
- Sichtbarkeit
- Aktivität
- Grabverhalten
- Netzbau
Steckbrief / Systematik
- Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria striata Pocock, 1895
- Gattung: Poecilotheria (Ornamentvogelspinnen)
- Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Poecilotheriinae)
- Verbreitung: Südindien, vor allem die Westghats in Karnataka (Region Mysore) und Kerala
- Lebensraum: feuchte bis halbfeuchte Wälder; lebt in Baumhöhlen und unter loser Rinde
- Körperlänge: ca. 6–8 cm Körperlänge, bis ca. 16–20 cm Beinspannweite
- Wachstum: mittel bis schnell
- Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre
- Schutzstatus: CITES Anhang II (gesamte Gattung Poecilotheria seit 2019), in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten. In der Natur ist die Art durch Lebensraumverlust bedroht
Erscheinungsbild
Die Oberseite ist grau bis graubraun mit einem kontrastreichen, längsgestreiften Muster aus dunklen und hellen Bändern auf Carapax und Abdomen; auf dem Abdomen verläuft ein breites, dunkles Mittelband. Die Beine sind ähnlich gefleckt und gebändert. Im Vergleich zu vielen anderen Ornamentvogelspinnen wirkt die Gesamtfärbung etwas gedeckter und bräunlicher. Die Unterseite der Beine trägt eine artspezifische Zeichnung, die bei Ornamentvogelspinnen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist. Jungtiere sind ähnlich, aber blasser gezeichnet. Männchen sind nach der Reifehäutung schlanker, langbeiniger und meist bräunlicher gefärbt und tragen Bulbi an den Pedipalpen.
Habitat und natürliche Lebensweise
P. striata lebt in Baumhöhlen und unter abstehender Rinde, wo sie trichterförmige Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. Ihr Lebensraum ist durch Abholzung und Plantagenwirtschaft bedroht.
Terrarium und Einrichtung
- Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 50 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
- Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
- Einrichtung: senkrecht gestellte Korkröhre oder breite Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
- Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
- Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht
Temperatur und Klima
- Temperatur: 24–28 °C
- Luftfeuchtigkeit: ca. 65–75 %; Wassernapf bereitstellen und gelegentlich den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
- Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig
Verhalten und Verteidigungsverhalten
Als Altweltart besitzt P. striata keine Brennhaare. Wie alle Ornamentvogelspinnen ist sie extrem schnell und neigt bei Störung zur sofortigen Flucht – häufig unvorhersehbar und auch aus dem Terrarium heraus. In die Enge getrieben zeigt sie eine Drohhaltung mit erhobenen Vorderbeinen und beißt. Das Gift der Gattung Poecilotheria gilt als besonders potent: Bisse führen typischerweise zu starken Schmerzen und teils schweren, über Tage anhaltenden Muskelkrämpfen. Ein Biss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.
Fütterung
Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Schaben, Heuschrecken oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.
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