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Poecilotheria vittata

Hell gezeichnet mit weißer Beinunterseite und einem markanten dunklen Keil am vierten Beinpaar: Poecilotheria vittata, im Hobby als "Pederson's Ornamental" oder "Ghost Ornamental" bekannt und oft noch unter dem Synonym P. pederseni gehandelt, ist eine Ornamentvogelspinne aus Sri Lanka. Für eine Poecilotheria gilt sie als vergleichsweise ruhig. Trotzdem ist sie – wie alle Arten der Gattung – international geschützt, extrem schnell und hochgiftig und damit ausschließlich für erfahrene Halter geeignet.

Übersicht auf einen Blick

Lebensweise
baumbewohnend (arboricol)
Herkunft
Sri Lanka (vor allem Südosten, vereinzelt Norden)
Einsteiger-Eignung
Sichtbarkeit
Aktivität
Grabverhalten
Netzbau

Steckbrief / Systematik

  • Wissenschaftlicher Name: Poecilotheria vittata Pocock, 1895
  • Synonym: Poecilotheria pederseni Kirk, 2001 (im Handel weiterhin gebräuchlich)
  • Handelsnamen: "Pederson's Ornamental", "Ghost Ornamental", "Magam Tiger Spider"
  • Gattung: Poecilotheria (Ornamentvogelspinnen)
  • Familie: Theraphosidae (Unterfamilie Poecilotheriinae)
  • Verbreitung: Sri Lanka, vor allem der Südosten und einzelne Gebiete im Norden der Insel
  • Lebensraum: Wälder der trockeneren Landesteile; lebt in Baumhöhlen, unter Rinde und in Felsspalten, selten in Siedlungsnähe
  • Körperlänge: Weibchen bis ca. 15–18 cm Beinspannweite, Männchen um 13 cm
  • Wachstum: mittel bis schnell
  • Lebenserwartung: Weibchen ca. 12–15 Jahre, Männchen ca. 3–4 Jahre (Erfahrungswerte aus der Gattung)
  • Schutzstatus: CITES Anhang II (gesamte Gattung Poecilotheria seit 2019), in der EU Anhang B der EU-Artenschutzverordnung; beim Kauf ist ein Herkunftsnachweis (z. B. Nachzuchtbescheinigung) erforderlich, nationale Melde- oder Registrierungspflichten sind zu beachten. Sri Lanka exportiert keine Wildfänge

Hinweis zur Systematik: Die Einordnung ist nicht ganz einheitlich. P. pederseni gilt als Synonym von P. vittata. Die IUCN führt P. vittata ihrerseits als Synonym der indischen P. striata (und stuft diese als "stark gefährdet" ein), während die meisten anderen Quellen sie als eigenständige Art aus Sri Lanka behandeln. Der World Spider Catalog nennt neben Sri Lanka auch Indien. Für Nachzuchten ist es daher besonders wichtig, Herkunft und Bezeichnung klar anzugeben.

Erscheinungsbild

Die Oberseite zeigt das typische Ornamentmuster in Grau-, Creme- und Brauntönen; das Abdomen ist zum Stielchen (Petiolus) hin etwas dunkler gezeichnet, auf den Tibien verlaufen zwei Reihen länglicher, paralleler Flecken. Auffällig sind die kräftigen Haarbüschel an den Femora. Das wichtigste Bestimmungsmerkmal liegt auf der Unterseite: Die Beine sind dort weiß, die Patellen tragen ein unterbrochenes schwarzes Band, und an der Unterseite des vierten Femurs befindet sich ein markanter dunkler, dreieckiger bzw. keilförmiger Streifen. Männchen sind auf der Oberseite grünlich-braun mit unauffälliger Zeichnung, nach der Reifehäutung schlanker und langbeiniger und tragen Bulbi an den Pedipalpen.

Habitat und natürliche Lebensweise

P. vittata lebt in Baumhöhlen, unter abstehender Rinde und in Felsspalten, wo sie Gespinströhren anlegt. Sie ist nachtaktiv und lauert am Eingang ihres Unterschlupfs auf Beute. In menschlichen Siedlungen trifft man sie nur selten an.

Terrarium und Einrichtung

  • Größe: für ein adultes Weibchen z. B. 30 x 30 x 45 cm; Höhe ist wichtiger als Fläche
  • Bodengrund: 5–8 cm, z. B. Kokoshumus oder Terrarienerde, leicht feucht gehalten
  • Einrichtung: senkrecht gestellte Korkröhre oder breite Korkrinde an der Rückwand als Unterschlupf, Äste und Kunstpflanzen als Ankerpunkte für Gespinst, Wassernapf
  • Belüftung: gute Querlüftung ist bei Baumbewohnern besonders wichtig
  • Hinweis: Das Terrarium sollte sich von vorne oder unten öffnen lassen, damit die Spinne beim Öffnen nicht direkt in Richtung Hand herausschießt. Ein absolut ausbruchsicherer Verschluss ist Pflicht

Temperatur und Klima

  • Temperatur: 24–28 °C
  • Luftfeuchtigkeit: ca. 60–70 %; Wassernapf bereitstellen und gelegentlich den Bodengrund oder die Einrichtung leicht übersprühen, ohne Staunässe
  • Jahreszeitliche Schwankungen: nicht notwendig

Verhalten und Verteidigungsverhalten

Als Altweltart besitzt P. vittata keine Brennhaare. Im Vergleich zu anderen Ornamentvogelspinnen gilt sie als etwas ruhiger und beißt meist erst bei starker Störung. Dennoch ist sie wie alle Arten der Gattung extrem schnell und neigt zur plötzlichen Flucht – auch aus dem Terrarium heraus. Das Gift der Gattung Poecilotheria gilt als besonders potent: Bisse führen typischerweise zu starken Schmerzen und teils schweren, über Tage anhaltenden Muskelkrämpfen. Ein Biss sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Arbeiten im Terrarium nur mit langer Pinzette, Auffangbehälter, voller Aufmerksamkeit und idealerweise in einem geschlossenen Raum, in dem die Spinne bei einer Flucht wieder eingefangen werden kann. Das Tier niemals auf die Hand nehmen.

Fütterung

Ein guter Fresser. Je nach Größe Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben oder größere Futterinsekten. Jungtiere 1–2x wöchentlich, adulte Tiere alle 1–2 Wochen. Futtertiere mit Pinzette in der Nähe des Unterschlupfs abgeben, ohne die Hand ins Terrarium zu führen. Nicht angenommenes Futter nach ca. 24 Stunden entfernen.

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